Band 
Sechster und letzter Band.
Seite
246
JPEG-Download
 

246

„menschlichen Natur noch nicht ins Licht gesetzt wer-„den können."

Zu diesem Ende also spürt er S. Z1. den Ursachennach, warum der Mensch den Thieren an Starke undSicherheit des Instinkts so weit nachstehe, und das,was wir bei den Thieren angcborne Kunstfertigkeit undKunsttriebe nennen, gar nicht habe. Eine Entwicklungdes Ursprungs der Kunstfertigk'citcn, das ist, eine ge-netische Erklärung derselben, mußte der Entwicklungder Ursache ihrer Entbehrung in der menschlichen Naturzum Grunde gelegt werden; und da weiset uns nunHr. Herder den Standpunkt an, aus welchem wirMensch und Thier beobachten, und die Data zu Er-klärung der Verschiedenheit in ihrer Natur hernehmensollen. Dieser Gesichtspunkt ist die Sphäre ihrerExistenz.

„Jedes Thier," sagt Herr Herder, „hat seinen„Kreis, in den es von Geburt an gehört, in den es„sogleich eintritt, in dem es lebenslang bleibt und„stirbt; nun ist es aber sonderbar, daß, je scharfer die„Sinne der Thiere und je wunderbarer ihre Aunst-„werke sind, dests Aciner ist ihr Lreis: desto ein-aktiger ist ihr Kunstwerk." Die Richtigkeit dieserBemerkung, und der darauf gegründeten umgekehrtenProportion wird durch Beispiele hier nicht gesichert;Hr. H. verweiset damit auf eine andere Gelegenheit,und schreitet folgender Gestalt zur Anwendung seinesSatzes: „Wenn unendlich feine Sinne in einen klei-„nen Kreis, auf ein Einerlei eingeschlossen werden, und