Band 
Sechster und letzter Band.
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die strengste Tugend umarmten, die allein sie über denVerlust der Freiheit trösten könnte, als vortrefflicheMaler oder große Dichter, deren Geist himmlisch, undderen Ausdruck stark und melodisch seyn muß. Die Frei-lassung kann unter dieser Gattung von Sclaven oft sehrgute Wirkungen hervorbringen, wovon uns die alteGeschichte verschiedene Beispiele liefert: aber zum aller-größten Unglück kann man bei den Asiaten die Freiheitnicht geben, wie man sie bei den Griechen und Römerngab: zwar kann man einen Unglücklichen von den Kettender häuslichen Sklaverei los machen, aber in der bür-gerlichen Sklaverei bleibt er immer. Nach solchen Be-trachtungen ist es traurig, in unsern Tagen so vieleWeltweise wegen der wiederholten Bestrebungen derwillkührlicken Macht, sich in Europa festzusetzen, beküm-mert zu sehen: ihren Vermuthungen zufolge würdeunser Welttheil, in weniger als drei Jahrhunderten,dem östlichen ähnlich seyn. Und hiebe! ist anzumerken,daß die Verheerung in Europa weit schneller um sichgreifen würde, als sie vormals in Klein-Asien that,wo die Menschen weniger eigentliche und physische Be-dürfnisse hatten, so daß man ihnen vieles nehmenkonnte, ehe sie vor Hunger starben, und dennochstarben sie vor Hunger. — Als die griechischenKaiser von Constantinopel, welche als schändliche undmit allen Verbrechen beladene Fürsten bekannt sind,einen Tribut auf das Einalhmen der Luft setzten, (proIiaustu seris) so war die Anzahl derer, welche noch inJonien Luft schöpften, schon sehr gering; und die