Band 
Sechster und letzter Band.
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Staate, wie das heutige China, laßt sich die Liebezum Vaterlande nicht gedenken: man kann nicht lieben,was man nicht kennt. Der Einwohner von Pekin ver-steht nicht einmal die Sprache des Einwohners vonCanton, und wie sollten Leute, die sich unter einandernicht verstehen, sich für Landeslente halten? Was dieheutigen Chineser an das Land, wo sie geboren wor-den, heftet, ist allein der abergläubische Dienst der Vor-fahren, deren Gräber sie oft besuchen.

Da die großen Reiche des Orients, ungeachtet dermerklichen Fehler ihrer politischen Einrichtungen be-stehen, so muß man sich nicht darüber wundern, daßauch China sich erhalten könne. Leute, welche sich mitdem Stock oder der Peitsche regieren lassen, bedürfennur eines Fürsten, und es wäre sehr wunderbar, wennsich in China keiner hiezu finden wollte. -Wenn eineDynastie oder eine kaiserliche Familie vom Thron gesto-ßen ist, so melden sich Schuster und Köche, um ihn zubesteigen. Man weiß, daß im Jahr 1644 sogar einRäuber sich meldete, welcher es ohne die Lartarendurchgesetzt hätte; aber diese waren stärkere oder glück-lichere Räuber, als er.

Und nun noch ein Wort von den berühmten chinesi-schen Moralisten. -Was von ihnen zu halten sey, läßtsich aus dem vorhergegangenen zusammen genommenvon selbst schließen. In einem Lande, wo die Viel-weiberei so sehr im Schwange ist; wo die wirkliche undpersönliche Leibeigenschaft statt findet; wo man, wiean den Küsten von Asrica, einen öffentlichen Sclaven-VI. U