Band 
Sechster und letzter Band.
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sterlen in vielen Kirchen aufgeführten heiligen Far-cen; — was lieferten nicht die Dichter, der alteren zugeschweigen, ein Dante, ein Tasso, und eineMenge Andrer — und die Astrologen, Zauberer, He-xen, mit allen Träumereien des Aberglaubens? Wel-chen Text zu kräftigen Deklamationen wider uns gäbenicht unsere Kirchengeschichte, nebst der politischen biszur Erneuerung der Wissenschaften?

Ihr falsches Urtheil über uns würden sie nichtwenig bestätigt glauben, wenn sie, unter den wieder-gefundenen Schriften des laufendes Jahrhunderts, dieSpöttereien unsrer Freigeister entdeckten. Voltaire,der bis an den Rand des Grabes gegen die christlicheReligion zu streiten fortfährt, wäre ihnen eben das, wasuns Lucian ist; denn hat nicht jener unzählige Kunst-griffe daran verschwendet, um den Himmel der Christeneben so lächerlich zu machen, als beim Lucian derHimmel der Alten ist?

Wenn man diese Vorstellungen verfolgt, und ihnendie nöthige Ausführung zu geben weiß, so muß dadurchdie Richtigkeit meiner Behauptung sehr ausfallend wer-den, daß die entschiedenste und erhabenste Wahrheit,unter sichern Modisicationen, und durch ein gewissesUeclium von Zeit und Umständen gesehen, als dergröbste Irrthum erscheinen müsse, und daß insbesonderedie Religion eines Volkes in ihrer ganzen lebendigenContinuirät müsse betrachtet, und bis auf ihren Keimentwickelt werden können, wenn ein richtiger Begriffvon ihr möglich seyn soll.