Band 
Sechster und letzter Band.
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aber man hielt dafür, die Welt sey Stückweise derbesondern und vorzüglichen Aufsicht einer Hierarchie vonUntergottheiten anvertraut, weßwegen denn auch jedebesondere Gesellschaft, und endlich jede einzelne Familieeinen eigenen Beschützer haben wollte, der nicht zugleichder Gott ihrer Feinde und Nebenbuhler wäre; unddieses konnte, bei dem einmal eingeführten Glaubenan die Genien oder Dämonen, leicht Statt finden.

Die Apotheosen sind späteres Ursprungs, weit ent-fernt, daß, wie einige fälschlich gemuthmaßt, mit ihnender Polytheismus seinen Anfang genommen; denn na-türlicher Weise mußte schon ein Götter-Himmel vor-handen seyn, ehe der Gedanke entstehen konnte, ver-storbenen Menschen einen Platz darin anzuweisen. Eshat auch letztere Meinung andere, weit stärkere Gründegegen sich.

Mit der Idee eines höchsten Wesens ist die von derErschaffung der Welt, oder, nach dem Begriff derAlten, von der Organisation des Chaos so nahe ver-schwistert, uud es ist überhaupt dem Menschen die Be-gierde, seinen Ursprung zu wissen, so natürlich, daßalle Völker, ohne Ausnahme, bis zum Tungusen,zum Grönländer, und zum wilden Amerikaner sichCosmogonieen erfunden, und dieselben, unter aller-hand Allegorieen, ihrer Theologie eingewebt haben;welches denn, durch Hülfe der Priester und Dichter,eine unerschöpfliche Quelle der seltsamsten Träumereiengeworden. . ^