— Z3S —
wo diese Aufheiterung noch nicht Statt gefunden hat, ^
kann sogar die reinste Lehre nicht rein bleiben. Letzteres ^
ist aus der Geschichte der barbarischen Jahrhunderte des ^
Christenthums offenbar, und Ersteres aus der Geschichte h,-
der verfeinerten Zeiten des Heidenthums, wo wir die ^
Finsternisse des polytheistischen Aberglaubens nach undnach sich zertheilen sehen. ,, Als Christus zur Welt ^
kam," sagt der bereits angeführte Abbe' Batteur, ^
„verstand selbst das Volk über den Punkt der GötterScherz. Es glaubte nur noch daran aus Gewohnheit, ^
so wie die Fürsten aus Politik, und die Priester aus ^
Eigennutz. Man lese den Cicero, den Macrob, die ^
sämmtlichen altern und neuern Platoniker, alle Peri- G,
patetiker, alle Dichter jener Zeit: alle, ohne Aus-nähme, setzen die Einheit einer verständigen ersten Ur- ^
sache fest. Es giebt keine Eigenschaft Gottes, welche ^
nicht durch diesen oder jenen unter ihnen, mit eben sovieler Stärke und Präcision angegeben wäre, als nach- ^
her nur immer durch unsre Theologen hat geschehen kön-nen. Dieß ist durch das einhellige Zeugniß aller geistli- ^
chen Schriftsteller, welche jene angeführt haben, be- hm
wahrheitet*)."
Wie sehr hat man sich also nicht über den so oft wie-derholten Ausspruch zu verwundern: der geringsteHandwerksmann unter uns habe richtigere Begriffe von Gi
Gott und den menschlichen Pflichten, als man sie bei W
den auserlesensten heidnischen Philosophen antreffe? Bc
--—--ken
*) Listoirs lies esusss yremieres, PE. 144. M