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Eine so ungeheure Behauptung läßt sich bei ihrem Ur-heber durch nichts, und bei seinen Nachbetern — in derThat weiß ich auch nicht, womit bei diesen? entschul-digen; denn die allergröbste Unwissenheit des Alter-thums will nicht zureichen.
Es ist so wenig wahr, daß der gemeineMann unteruns Christen eine reelle Erkenntniß von göttlichen Din-gen habe, und aus seiner Religion die ächtesten Be-wegungsgründe zu einem tugendhaften Leben schöpfe,daß man dieses nicht einmal gewöhnlich bei Leuten,welche eine sorgfältigere, und oft gelehrte Erziehunggenossen, anzutreffen pflegt. Wozu nutzt es, dasGedächtniß mit Worten, welche die erhabensten Wahr-heiten bezeichnen, angefüllt zu haben, wenn der Ver-stand, dessen Einsicht allein reelle Erkenntniß gebiert,sie nicht begreift. Es fällt nur zu sehr in die Augen,daß unser große Haufe im Grunde noch immer Gottals einen eigensinnigen Despoten betrachtet, dessenRechte über die Menschen sich allein auf seine Machtgründen, und dessen willkührliche Gesetze man nurdarum befolgen müsse, weil er, nach eigenem Gefallen,Gutes und Böses austheilen könne. Ideen dieser Artstecken den edelsten Theil der Seele, die lautere Empfin-dung des Wahren und Guten, mit einem tödtlichenGifte an. Alsdenn sieht man die Anbeter der weisestenGüte eben das werden» was ein Schmeichler in demVorzimmer eines Tyrannen ist; — dieser Aberglaubigekennt weder Lugend noch Laster mehr; er will nur denMächtigen gewinnen; und wo ist eine Thorheit, woVI. N