Band 
Sechster und letzter Band.
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mögen, listiger und verschlagener sind, als alle übrigeThiere, so sind sie auch mehr zu fürchten. Von Naturaber sind die Menschen jenen widerwärtigen Leidenschaf-ten am mehrsten unterworfen *): von Natur also

*) Es ist gewiß (sagt Spinoza im 6ten §. des ersten Kapi-tels seines ll'raatat. kolit.) und wir haben die Wahrheit davonin unserer Sittcnlehre dargethan, baß die Menschen nothwendigden Affecten unterworfen und so beschaffen sind, daß sie diejenigen,denen es übel geht, bedauren, und diejenigen, denen es wohl geht,beneiden; daß sie mehr zur Rache, als zum Erbarmen geneigt sind;und daß ein jeder begehrt, alle andre sollen nach seinem Sinneleben; billigen, was er billiget; verwerfen, was er verwirft:weswegen denn dieselben, da sie alle gleichermaßen die ersten zuseyn wünschen, in Streitigkeiten gerathen, sich einander nach Ver-mögen unterdrücken, und der Sieger seinen Ruhm mehr in denSchaden setzt, den erden andern zugefügt, als in den Vortheil,den er für sich selbst erworben hat. . . . Ferner haben wir ge-zeigt, daß zur Bändigung und Mäßigung der Affecten die Vernunftzwar viel vermöge; zugleich aber auch gesehen, daß der Weg, densie selber dazu anweist, äußerst beschwerlich sey: so daß, wer sicheinbildet, der große Haufen, oder diejenigen, welche durch öffent-liche Geschäfte zerstreut werden, wären dahin zu bringen, Laß sienach den einzigen Vorschriften der Vernunft handelten, das gol-dene Jahrhundert der Dichter oder eine Fabel träumt.

Daher (fährt Spinoza im folgenden §. fort — ein von demdes Herrn Wieland himmelweit unterschiedenes daher

kann kein Reich bestehen, dessen Wohlfahrt von jemandes Recht-schaffenheit abhängt, und dessen Sache nicht wohl besorgt werdenkann, wenn nicht diejenigen, die sie auf sich haben, nach ihremGewissen handeln wollen, sondern um zu dauern, muß das gemeineWesen eine solche Einrichtung haben, daß die Vorsteher desselben,