Band 
Sechster und letzter Band.
Seite
490
JPEG-Download
 

490

Jno und den Melicertes verfolgt, weil er sie für Lö-wen ansieht-

Im Wahnsinne. Sieh an den milzsüchtigen Athe-nienfer, der sich täglich nach dem Hafen Piräus begiebt,und alle Schiffes die dort ankommen und auskaufen,aufzeichnet,' in der Einbildung, daß sie alle ihm ge-hören.

Und endlich, was das Vorurtheil anlangt! DieGewalt desselben ist fürchterlich. Es ist eine starke,lebhafte, isolirte, und von den gewöhnlichen Ideen ent-fernte Vorstellung, die sich in dem Kopfe des Kindesoder eines wenig aufgeklarten Menschen festgesetzt hat.Sie findet in diesem zarten oder leeren Gehirne keineübereinstimmenden Ideen, mit denen sie vermischt oderverglichen werden könnte. Ganz einzeln wächst sie da,wie eine stolze Eiche, mitten unter niedrigem Gesträuch,das von fern um sie her steht. — Aber, Alexis, hastDu nie eine Reise nach der Insel Kreta gemacht?

'' Alexis.

Nein, niemals.

"'Diokles.

Wenn Du nach Gnossus kommst, so ist daselbst keinKreter, der Dir nicht mit heiliger Ehrfurcht das Grabdes Jupiters zeigte; alle haben es von ihrer Kindheitan so gehört. Umsonst sagt der Dichter:

,,O König Jupiter, die Kreter sind immerdar Lüg-ner. Sie geben vor. Dir ein Grabmahl errichtet zuhaben; doch bist Du nicht gestorben, denn Du bistewig." °