Band 
Sechster und letzter Band.
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Alexis.

Mein lieber Diokles, jetzt begreife ich, warum esso wenig Weise giebt, oder vielmehr gar keine.

Diokles.

Du betrügst Dich, Alexis; es sind ihrer viel mehr,als Du denkst. Denn weil die Weisheit in der Harmo-nie und richtigen Anwendung der Fähigkeiten besteht,und große Fähigkeiten sich nicht so leicht als mittelmä-ßige regieren lassen; so ist es klar, daß man die Wei-sen unter den mittelmäßigen Menschen suchen muß, dieüberall die zahlreichsten sind. Wenn die Weisheit großeFähigkeiten begleitet, so ist das die Erscheinung einesGottes unter den Menschen.

- Alexis.

Aber, mein Freund, würde der Weise mit den gro-ßen Fähigkeiten auf der Erde nicht ein unnützes oderunglückliches Wesen seyn, da er hier für seine Größenichts gleichartiges findet? Und würde der erste Zugseiner Weisheit nicht seyn, sich einen andern Wohnortzu wählen? Apollo, als er an den Ufern des Amphry-sus die Heerde hütete, war gewiß nicht an seinerStelle.

Diokles.

O des Unwissenden! Gerade an den Ufern des Am-phrysus bildete sich Apollo zum Gotte der Harmonie;gerade an diesen glücklichen Ufern erfand er jene mäch-tige Leier, welche die Helden vergöttert, und die Festeder unsterblichen Götter belebt.

Der Weise mit großen Fähigkeiten ist überall an sei-