S07
vollendetes Gemälde von dem Zustande der in, einemMeer von Wollust schwimmenden Seele gewesen, wojede Welle, so klein und zart sie auch seyn mochte, ihren,sanften Anstoß fühlen ließ. Es ist augenscheinlich,daßin Menschen, deren Einbildungskraft so lauter, so leben-dig und so geschickt war, die feinsten und. leisesten Ein-drücke aufzunehmen und wieder von sich zu geben, einweit deutlicheres Gefühl von der Allgegenwart der Gott-heit sich erzeugen mußte, als in unserm gegenwärtigenZustande möglich ist. So war auch, wegen der gänz-lichen Unwissenheit von dem, was Unglück ist, ihre Mo-ralität ohne den Ton von Anstrengung und Ueberwin-dung, der uns jetzt groß und herrlich scheint, wie derStern Sirius, funkelnd in der Dunkelheit der Nacht,Der Mensch, für den alles Böse und alle Furcht nochungereimte Dinge waren, starb damals, wie er ein-schlief, oder vielmehr erwachte; und warf seinen Kör-per, wie eine wachsende Frucht die Blüthe ab.
Siehe, daS war der glückliche Zustand des Menschenvor der Erscheinung des MondeS. Als dieser aus ent-fernten Regionen in die Nachbarschaft der Sonne kam,entging er dem beobachtenden Auge des Menschen nicht.Er schien klein, mit einem langen Schweife von Lichthinter sich. Seine Bewegung wurde schneller und schnel-ler, bis man ihn in den Stralen des großen Gcsti^sverlor. Als er das erstemal, auf seinem Rückwegeder Sonne, wieder zum Vorschein kam, hatte er dasAnsehen des Morgensterns; aber mit einer dicken At-mosphäre umgeben, und ein kurzes Haar vor sich her.
iti'M