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Von den Redetheilen.
Bedürfniß des Sprechenden, sich und den Angeredeten zu bezeichnen,entstanden. — Man sieht leicht ein, daß diesen persönlichen Für-wörtern: ich, du, er, die zueignenden, die Eigenthümer be-zeichnenden Fürwörter: mein, dein, sein u. s. f. entsprechen.—Außer diesen zwei Arten von Fürwörtern spricht man noch von zeigen-den, oder hindeutenden, eine nähere und entferntere Stellungangebenden: dieser, jener, von bestimmenden, wie derje-nige; von sich beziehenden: welcher, der; und endlich vonfragenden: wer?waS? welcher? Man kann mit Recht anneh-men, daß die Hin deut ung, und eben so die Frage, Aeußerungennatürlicher Empfindungen sind, jene um etwas Merkwürdiges zu zei-gen, und von Anderem zu unterscheiden, diese um sich zu erkundigen._Viele unter diesen Wörtern nähern sich übrigens den Beiwörtern.
Kehren wir zu den Zeitwörtern zurück, so ist zu bemerken, daßdie Handlungen und Zustände, welche sie bezeichnen, noch näher be-stimmt werden können. Statt einem Menschen bloß überhaupt eineHandlung zuzuschreiben, und z.B. zu sagen: er singt, er schreibt,kann man auch noch die Art und Weise des Gesanges und derSchrift berücksichtigen, und hinzufügen: er singt gut, er singtschlecht, er schreibt schön. Gut, schlecht, schön werdennun, weil sie bei oder neben dem Zeitworte stehen, Neben-wörter, und weil sie die Beschaffenheit der Handlung oder desZustandes bezeichnen, Beschasfenheitswörter genannt.
Man kann die Gegenstände auch in gewissen Verhältnissen,namentlich Raumverhältnissen, betrachten. Wäre B. voneiner Sackuhr die Rede, so würde niemand bloß sagen: sie liegt,oder lege sie, wckl bekannt genug ist. daß sie nicht stehe, sondernman würde wohl sagen: sie siegt auf dem Tischchen, lege sieauf das Tischchen. Es wird also neben dem Hauptgegenstande, umden es sich handelt, der Uhr, noch ein anderer Gegenstand, das Tisch-chen, erwähnt, und durch das Wort auf das Verhältniß der beidenDinge zu einander bezeichnet. Auf ist also ein Verhältnißwort,das aber gewöhnlich einfach ein Vorwort oder Vvrsetzwort ge-nannt wird, West es vor einem Hauptworte oder Fürworte steht.Gleicher Art sind die Wörter: an, in. zu, vor, bei u. s. w.
Gar häufig wiederkehrende Verhältnisse werden mit einzelnen Wör-tern ausgedrückt. Statt: an diesem Orte, sagt man: hier, da;statt: an welchem Orte: wo; statt: an welchen Ort: wohin;statt: von welchemOrte: woher; statt: in frühern Zeiten:einst, eb em al s u s. w. — Diese und ähnliche Wörter werden derkurz vorhin erwähnten Classe der Nebenwörter beigezählt, undweil sie die Umstände des OrteS, der Zeit und andere angeben,Umstandswörter genannt. — Es gibt Umstandswörter, die nochandere Redetheile als die Zeitwörter näher bestimmen, z. B. sehr,so, die vor Beiwörter und Beschaffenheitswörter treten können.
Da wir theils mehrere Gegenstände zugleich ins Auge fassen, theilsmannigfaltige Urtheile über einzelne oder verschiedene Gegenstände fäl-len können, so besitzt jede Sprache Bindewörter, welche eben ent-
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