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Erster Band. Alte Welt.
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Huldigung der Menschen gewinnen. Diese erhebenden, Achtungund Lieds gebietenden Beispiele liefert die Geschichte, und machtso aus einem trockenen Moralsvstem ein lebendiges Gemälde han-delnder Personen. Wer in diese Gallerie der großen und edlenMenschen aller Zeiten tritt, dessen Gemüth wird durchdrungenvon der Würde der menschlichen Natur, sein Selbstgefühl wirderhöht, und seine Kraft zur Nacheiferung begeistert. Ob dieserVorbilder wenige seyen — sie erheben nicht minder: ja noch ein-dringlicher wird ihr Verdienst durch den Kontrast mit den Lasternder Menge, und je größer dagegen die Zahl der Bcnewichter, destoabschreckender ihre Rotte.

Unter den edlen Gefühlen, welche die Geschichte weckt undnährt, sind die auserlesensten Pfleglinge Zwei, die unter sich ver-wandt und Mütter der meisten übrigen Tugenden sind: Liebe desVaterlandes und der Freiheit. Denn nicht nur ist das Buchder Zeiten reicher an Beispielen derselben, weil sie mehr in's öf-fentliche Leben eingreifen, als andere, und häufiger Großthatenerzeugen; nach ihrer Natur sind auch beide durch die Geschichtegewissermaßen bedingt, oder erhalten wenigstens durch sie erst ihrehöchste Ausbildung und Stärke. Wer Fremdling ist in der Ge-schichte, kann sein Vaterland nur instinktartig lieben, denn er kenntdieß Vaterland nicht; und den Muth zur Freiheit mögen wirmanchmal mir aus der Geschickte schöpfen, die uns zeigt, daßFreiheit möglich und wie sie möglich sey. Wie oft hat schonder Name eines Leonidas, eines Decins, eines Arnold vonWinkelried zu Heldenthaten begeistert! wie oft hat das Bildeines Eato den sinkenden Muth edler Freiheitsvertbeidiger erhal-ten, und Hermanns zürnender Schatten den Arm teutscherJünglinge gestählt!

Nicht nur Lehrerin der Tugend, auch strenge Richtern:und unparteiische Derqelterin ist die Geschichte; und sie machthierdurch manche Ungerechtigkeiten der Menschen und des Schick-sales gut. Zwar nur zu oft wird der Edle im Leben verkannt«nd verläumdet; nur zu oft gelingt es verschmitzten und gewalti-gen Bösewichtern, die Zeitgenossen zu täuschen, ihr Lob zu erkau-fen oder zu erpressen, und ihre Schmähungen niederzuschlagen.Aber mögen einzeln« Geschichtschreiber, mögen alle Zeitgenossen