Band 
Erster Band. Alte Welt.
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zen verarmten. Ueberhaupt war die Gründung einer bleibendenResidenz von tief wirkendem Einfluß auf den Geist der Regie-rung und auf den Zustand des Volkes; was jedoch erst unterSalomo auffallend sichtbar wurde. Denn diesen seinen jünger»Sohn, von B a th seb a, hatte der sterbende David, durch der Mut-ter Intriguen verleitet, zum Nachfolger ernannt, und die Ansprü-che Adonai, des ältern Sohnes, verworfen.

Salomo bestieg den Thron 2969. Der Ruf der Weisheitging vor ihm her, und erfüllte das Volk mit hoher Erwartung.Er entsprach ihr nur unvollkommen und auf kurze Zeit. Nach-dem er durch das Blut der Gegenpartei seine Herrschaft befesti-get, unterwarf er zwar den kleinen Ueberrest der Cananiter,aber er verlor das wichtige Edom, und die Perle von DavidsEroberungen, das starke Damaskus; und wenn er anfangs denKunstfleiß seines Volkes hob, einen einträglichen äußern Handelgründete, Jerusalem mit prächtigen Gebäuden zierte, durch Auf-munterung und Beispiel die schönste Blüthe der hebräischen Lite-ratur hervorrief: so zernichtete er wieder all' dieß Gute durchVerschwendung, Ueppigkeit und Despotendruck. Die einfältigenHebräer blendete der Schimmer, der seinen Thron umgab, die niegesehn« Pracht seines Jehovahtempels, und andere Wunder derphönizischen Kunst. Im Ton der Begeisterung priesen sie Sa-lomon's Weisheit: aber schmerzlich fühlten sie auch die ungewohn-ten Frohndienste, Auflagen, und alle Schmach einer Sultansregie-rung. Endlich schändete sich Salomo sogar durch den verächtlich-sten Aberglauben und Götzendienst. Die Priester Jehovah's fach-ten das heimlich glimmende Mißvergnügen des Volkes an. Je-roboam wurde zum Gegenkönig gesalbt, konnte sich jedoch nochpicht behaupten, und mußte nach Aegypte» fliehen.

Theilung des Reiches in Israel und Juda. Untergang beider.

Aber nach Salomv's Tod (3008) entbrannte bei seines Soh-nes Reh abeam unkluger Härte der Aufruhr von neuem. Weiler die unerschwinglichen Auflagen nicht mildern wollte, fielen 10Stämme vom Hause David ab. Nur Juda und Benjaminblieben getreu; der klebrigen wurde Jeroboam König. Hierdurch