Band 
Erster Band. Alte Welt.
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Augnstnz, zufrieden mit dem Besitze der römischen Welt und, wiejeder kluge Despot, alle größere Bewegung scheuend, beschloß zwarde» Muth der Legionen durch kleine Kriege und Behauptung derGrenzen zu üben, aber doch im Großen den Umfang des Reiches'"cht mehr zu erweitern; und dieser Grundsatz der Mäßigungwurde von den meisten Imperatoren nach ihm befolgt. Rom führtefortan fast nur Vertheidigungs-Kriege. Aber zu solchenkonnte freilich bei der ungeheuren Ausdehnung der Grenzen leiten, der Anlaß fehlen, und Augustus selbst, wiewohl er dreimal den> Tempel des Janus schloß, zahlte mehr Kriegs- als Friedensjahre.! Auch erfuhr er mehr als einmal den Wechsel des Glückes.

Zwar die Parther gaben die gegen Crassus eroberten Adlerzurück. Auch wurden durch Besiegung der Cantabrer und Astu-r ier (welche allein noch in Spanien widerstanden), durch Erobe-rung von Rhätien, Viudelicien und Noricnm — welche' Drusus und Tib-rius vollbrachten — durch Unterwerfung Mö-siens und Pannoniens — was einen blutigen Kampfdie Grenzen gerundet; aber ein Heer ging in der Arabische»Wüste verloren, ein anderes focht ohne Erfolg gegen Ae thio pien,

^ und ein drittes, unter Varus, wurde von den Teutschen ver-nichtet.

Viel größer noch war Augustus häusliches Unglück. —Er hatte keinen Sohn; seine Tochter, Julia, schändete sich durchAusschweifungen, und ihre Söhne starben. Livia, seine zweiteGemahlin, war ein ränkevolles Weib, und von den Stiefsöhnen,welche sie ihm zubrachte, betrübte Drusus ihn durch seinen Tod,Und Tiberius durch sein Leben. Diesen Letzten — wiewohl er^sten böse Gemüthsart durchschaute — mußte er zum Sohn undErben annehmen, damit die Herrschaft nicht an völlig Fremdej EEime. Und so starb der glücklich gepriesene Augustus, nachdem^ seine Freuden alle überlebt hatte, im 76ten Jahr des AltersUud im 4ülen seiner »»getheilten Gewalt (I. Ch. 14).

Augustus Haus.

Nachdem der tückische, argwöhnische, in Ränken beinah' er-graute Tiber zuerst durch eine — wohl unnöthige aber in seinem