Band 
Erster Band. Alte Welt.
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schritte der Einzelnen theils in de-r Beschränktheit ihrer Hilfsniit»tel, theils in dem feindseligen Verhältniß zu den übrigen Ingen,sie mochten rühmen, daß unter dem Schuh eines tiefen Friedens,und durch die Weisheit einer über so viele Länder mit gleicherFürsorge waltenden Regierung, alle feinern Künste, alle Verbes-serungen des Ackerbau's und der Gewerbe, ihre Segnungen überden wichtigsten Theil der Welt ergoßen, daß durch die begünstigteVerpflanzung von Früchten, Kräutern, Bäumen und Thieren,durch den ermunterten Knnstfleiß, dann durch die Wohlthaten einesregen Handels und die gegenseitig von einer Provinz der ander»in Zeiten vorübergehender Bedürfnisse geleistete Aushilfe der Wohl-stand Aller gesichert, und allmälig das unermeßliche Reich durch-aus mit herrlichen Städten geschmückt, von trefflichen Straße»in vielfacher Richtung durchschnitten, an Fruchtbarkeit einem Gar-ten ähnlich, reich an Monumenten einer gemeinnützigen Prachtin Anstalten und Gebäuden, und der glückliche Wohnsitz einer ge-drängten, in ruhiger Eintracht und wvhlgeleiteter Emsigkeit leben-den Volksmenge geworden sey.

Doch hätten solche Lobredner, bei genauerer Betrachtung, auch ,die Schattenseite dieses Zustandes nicht verkannt, sie würden be- >merkt haben, daß die Ruhe und Ordnung im Reiche bloß die "Folge der Erschlaffung und der maschinenartigen Folgsamkeit, derIleberfluß nur der Antheil der unvergleichbar geringern Zahl, undalle Verfeinerung und Pracht nur schwache Hüllen des Verderb-nisses und der Noth waren. Zwei Drittheile der Bevölkerungbestanden aus Sklaven, und auch die sogenannten Frei«n wa-ren der tyrannischen Willkür Preis. In den Hauptstädten, zu-mal in Rom, herrschte grenzenloser Luxus und unbeschreiblicheKorruption; in den Provinzen oder auf dein Lande war Armuthlind Verminderung der Menschen fühlbar; der auffallende Man-gel an Geist und Leben zeigte an, Laß an den ediern Theile»«ine geheime Krankheit nage, und daß kein weiteres Gedeihe»,sondern der Verfall bevorstehe.

Zu den charakteristischen Zügen dieser einerseits glanzvolle»,anderseits unglücklichen Kaiserzeit, gehört auch der anfängst^'Flor und der schnell nachgefolgt« Verfall der Kunst und W>sifenschaft.