ausgenommen — die völlige Nacht eingebrochen; und «M Mor>genlmid streute die zusehends ermattende Flamme nur noch e>»Dämmerlicht umher. . !
Auch ist nicht schwer, von diesem traurigen Umschwung dllUrsachen zu finden. Wie begünstigend die äußern Umstände stb»mögen: sie reichen allein nicht hm rur Hervorrufung genialisch^ ^Werke. Die innere Kraft des Geistes, die schöpferische ist hie*zu nöthig; und solche gedeiht bei aller Aufmunterung nicht, !die erste Bedingung, die Freiheit, fehlt; so wenig bei der sorgst^ !tigsten Pflege eine Pflanze gedeiht, wenn ihr der geeignete Bode» ,und die Sonne fehlten. Ein Despot, wenn er auch wollte, ka»»den Seelen seiner Knechte jenen Schwung nicht geben, wozudie Freiheit Kraft versiiht. Und wie könnte er es wollen, ohMWiderspruch mit sich selbst? — Er wird sich nicht verbergen, daß iaufgeklärte Bürger zwar die besten Unterthanen, aber unwilligKnechte sind. Daher wird er die Wissenschaft Haffen. Jede»*falls drückt das Gewicht der Sklaverei auch den Geist nieder,und wir mögen unbedenklich die so auffallende Abnahme des Ge*nie'ö unter den Kaisern als noihwendige Folge der despotische»Verfassung betrachten. Die großen Alten, voll gerechten Selbst*gefühls und persönlicher Würde, mochten unbesorgt dem Stro>»ihrer Gedanken und Gefühle Worte geben, und aus allem,sie umgab, den Stoff der Begeisterung schöpfen : die spätern RöM'linge konnten die Erbärmlichkeit ihres — freilich nicht unverdie»*ten — Zustandes sich nicht verbergen; die gewohnte Erniedrigungnahm ihrem Geiste die Schwungkraft, und sie mochten fühle»,daß die Sprache des freien Mannes nicht für Sklaven tauge.
Zudem verloren sich (wir wollen des natürlichen Zusammen* !Hanges willen unsern Blick hier gleich über den ganze» Zeitraumwerfen) nach und nach die guten Verhältnisse der frühern Kaiser*zeit: An die Stelle des Friedens trat eine traurige Folge ro»innern und äußern Kriegen. Die Musen flohen beim Anblickder Verwüstung, und die verarmten Einwohner, denen es »»Mitteln der physischen Existenz gebrach, konnten nicht an Der*schöne rung ihres Daseyns denken. Solchem Elend der Prm !vinzen sprach die Verschwendung der Hauptstädte Hohn; aber dieedlere Kunst verschmäht es gleichfalls, bloß Dienerin des über*