Band 
Erster Band. Alte Welt.
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wüthigen LnruS z« seyri. Indessen schärfte sich fortwährend die^"ßel der Despotie. Es kehrten keine Antonine wieder. Selbstdiejenigen Kaiser, deren Energie und Tugend den Verfall deSi Deichs zurückhielten, (Claudius, Aurelian, Probus, Dio-^etian rc.), waren den Wissenschaften fremd, und nur in Lagern,ober in Handhabung der Geschäfte groß. Gewohnheit und Drang§ der Umstände führten zur Verachtung des friedlichen Talents.Nur die Rechtsgelehrsamkeit, deren Studium die künstlichereStaatsverwaltung nothwendig und einträglich machte, wurde mitErfolg getrieben. In der Arzneikuude, welche gleichfalls un-entbehrlich schien, trat man den alten Meistern nach; endlich aber

verschlang — was schon früher zum Theil die Eklektik gethan_

die mystische und Streit-Theologie die noch aufkommende»Talente.

> Die Künste und Wissenschaften der Heiden schienen so innigMit ihrem verabscheuten Religionssystem verbunden, in ihrenWerken des Geistes und des Geschmackes stieß man so unaus-gesetzt auf mythologische Gräuel, daß bei den von »och frischemEifer beseelten Christen ganz natürlich der Haß von Einein auchauf's Andere überging. Kunstwerke und Bücher der Heidenwurden der Gegenstand einer frommen Verfolgung (früher hattendie Kaiser die Bücher der Christen bekriegt), manches der Un-sterblichkeit Würdige ging unwiederbringlich zu Grunde. DieBarbaren, welche in die Provinzen stürmten, und ohne Unter-schied das Profane wie daS Heilige zerstörten, beförderten unab-stchtlich die Wünsche der Zeloten. Zu arm an Genie, um etwasNeues zu schaffen, hatte man kaum den Geschmack mehr, daSBessere zur Abschrift auszuwählen. Die Manuskripte verschwan-^ den, der Geist der Menschen, dem es nun vollends an Nah-rung und Erhebung gebrach, versank in Lethargie.

Aber weit später und weniger vollständig als im Abendland,geschah solches in den Ländern der griechischen Zunge. Nochspät traten einzelne Schriftsteller auf, deren das Zeitalter Alexan-ders sich nicht hätte schämen dürfen; noch ehrte, noch liebte hier! Eine große Menschenzahl Gelehrsamkeit und Kunst. Solche Nei-

^ llung war durch die Art und Weise, wie überhaupt die hellenische

^ifieskultur sich erhoben hatte, ein wesentlicher Zug im Na-