Band 
Erster Band. Alte Welt.
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Hunderte hindurch das ehrfurchtsvolle Zutrauen der Völker fessel-ten, welchen die Weisesten unter den Alten mit Wort und Thathuldigten, und deren Aussprüche so oft durch den Erfolg bestätigtwurden, finden in diesen Sätzen ihre Erklärung.

Es gab Orakel, die nicht nur im eigenen Land und bei deneigenen Religionsgenossen, sondern auch auswärts und weithin inAnsehen standen. Dahin gehört das obengenannte des JupiterHam m on oder Am um in der libyschen Oase. Der Dienst die-ser Gottheit war von Meroö nach dem ägyptischen Theben,und von hier nach Ammonium gebracht worden, und es scheint,daß das uralte Orakel zu Dodona im Epirus denselben Ur-sprung gehabt. Jünger, aber noch wichtiger durch Ansehen, Ein-fluß und Reichthum, war das Orakel zu Delphi, wo Apollodurch den Mund einer Priesterin, der Pythia — welche meistein von den Priestern hierzu erzogenes, VerrücktesMädchen war, —den Abgesandten aller griechischen Staaten und hundert auswär-tiger Könige, und unzähligen Privatpersonen Antworten gab, .diemehr als einmal das Schicksal ganzer Reiche bestimmten, undvorzüglich auf Griechenland mächtig einwirkten, als ein Bandder Nation und als Stütze der Regierungen. Als später dieseRegierungen aufhörten, populär zu seyn, als die Machthaber inGriechenland den Beifall des Gottes nicht mehr nöthig hatten,und seine Mißbilligung ungnädig würden aufgenommen haben,da beschränkte sich Apollo auf Privatanliegen, und endlich ver-stummte er.

Von den einzelnen Religionssysteme» insbesondere.

Unter den einzelnen Religionssystemen zeichnet sich zuerstdaS Aegyptische sowohl durch sein Alter aus, als weil es dieWurzel mehrerer anderer gewesen. Aber die Ursachen, welche über-haupt die ägyptische Geschichte dunkel und räthselhaft machen,stnd nach der Natur der Sache hier von doppelter Wirkung; undwir müssen uns dabei meistens mit bloßen Muthmaßungen b-tznügen.

Die Gottesverehrung in Aegypten war keineswegs bloß'Verehrung der Gestirne, oder auf pl nsikalische und mathemauRvttcck, A. Weltg. I. 24