Band 
Erster Band. Alte Welt.
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sche Astronomie gegründet (wiewobl mehrere Gelehrte solchesbehaupteten), sondern sie war weit älter als die Astronomie,und wenn damals schon die Gestirne einen Theil daran hatten,so geschah solches mir, weil sie so wie andere ausgezeichneteGegenstände der Natur Eindruck auf das Gemüth des Men-schen gemacht hatten. Aber auch der segensreiche Nil, die frucht-bringende Erde, dann alle auffallenden Naturkräfte, und selbstThiere und Pflanzen, die besonders wohlthätig und wichtigwaren, wurden verehrt, und der Charakter der ägyptischen Reli-gion ist kein anderer, als Fe tisch mus, welcher wohl anfangsso roh als bei den übrigen afrikanischen Völkern gewesen, durchdie Eigenheiten des ägyptischen Landes und Klima's aber näherbestimmt, später durch die Spekulationen der aufgeklärteren Prie-sterkaste gereinigt, erhöbt, nach den Bedürfnissen der Agrikultur,der Gesundheit u. s. w. gemodelt, und mit den allmalig gemach-ten Entdeckungen in der Physik und Astronomie in Verbmdnnggesetzt worden ist. Eine symbolische Sprache und Schrift berei-cherte die also entstandene Religion mit immer neuen Mythen;die Verschiedenheit der Gottesverehrung nach den einzelnenNamen, dann der abwechselnde Fortschritt oder Rückschritt derWissenschaft in den Priesterkollegien, und endlich die Einmischunggriechischer Vorstellungen in die alte Landesreligion, vergrößertendie Verwirrung; und so enstand allmalig das Hunte und räth-selhafte System, welches wohl zu Herodots Zeiten die ägyptische»Priester selbst nicht mehr zu deuten vermochten, und die Grie-chen, die allenthalben nur ihre eigenen Götter suchten, nochschlechter erkärten.

Diese Charakteristik der ägyptischen Religion nach ihremHauptinhalt genügt dein Zweck der Weltgeschichte; die Auf-zählung der einzelnen Mythen und Götternamen überläßt sie denAntiquaren und Philologen. Der Kultus der Asgypter war feierlich,die Tempel waren prachtvoll, die Feste zahlreich und glänzend. Beijenem, welches in Bnbastus alljährlich znr Ehre der Artemisgefeiert wurde, kamen gegen 700,000 Menschen zusammen. Wirfinden Spuren von Menschenopfern. Die Aegypter glaubten dieUnsterblichkeit der Seele und Belohnung und Strafe nach demTkde; doch k.nnen wir ihre Idee darüber nicht genau, und wisse»