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Erster Band. Alte Welt.
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pendelten und bestimmten, nickt Priester, nickt Gesetzgeber, undnickt abstrakte Weise. Gleich weit entfernt vom graben Feli'ck-mns wie von abgezogener, metaphysischer Lehre, blieben sie derVorstellungsart ihres jugendlichen, pbantasiereicken Volkes getreu,und ihre Mythologie wurde ein lebendiges Gemälde der Naturund der Welt.

4) Schon früher hatten die Griecken, dnrck ihre rege Imagi-nation getrieben, Himmel und Erde und alle Elemente und Na-turreiche mit Göttern bevölkert. Wo sie Kraft und Bewegungsahen, da backten sie sich Leben, und weil sie überall sieb selbsterblickten, ein menschenähnliches Leben. — In keiner Religionhat fo unbeschränkt wie in der griechischen der Anthropomor-phismus geherrscht. Alle einheimischen, alle fremden Götter»nackten sie zu Menschen, alle Götterbilder mußten menschlicheGestalten seyn, alle symbolischen Lehren wurden in menschlicheGeschichten gekleidet, alle ausgezeichneten Menschen wur-den vergöttert.

5) In Uebereinstimmung mit dieser Eigenheit der griechischenImagination, und bloß auf Veredlung ihrer bis dabin roben Ge-bilde bedacht, schufen die Dichter jene zauberische Mvthologie,in die sie den ganzen Reichthum der Natur und des Lebens, derGeschichte und der Wissenschaft, der Phantasie und des Herzensverwebten. Es herrscht in diesen Schöpfungen ein so eigener, lieb-licher Geist, daß sie, so verwerflich sie auch der kalten Verminstin religiöser und rein moralischer Rücksicht erscheinen, dennochwegen ihres ästhetischen und sentimentalen Wertlos das Vergnü-gen der Gebildeten aller folgenden Geschleckter geblieben sind.

6) So viele Götter, und von so verschiedener Natur, machtenauch eine große Mannigfaltigkeit von Gebräuchen, von Festen,Gebeten und Opfern nöthig, um Jeden nach seiner Art zu gewin-nen. Die fromme Stimmung der Griechen trieb sie — ohne po-sitiven Zwang — zu zahlreichen öffentlichen und Privatgebeten;fast jede Handlung ihres Lebens war von religiösen Gebräuchenbegleitet, überall ertönten Orakel, allenthalben stieß man auf Zei-chen oder Zeichendeuter, und wenige Tage vergingen ohneRei-nigung oder Erpiakion. Die meisten Verrichtungen der Staats-gewalten wurden durch gottesdiensilicke Ceremonien geheiligt, und