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tholiken das Aeußerste befürchten. Vertilgung war dem päpstli-chen Reiche geschworen, und es ward in manch harter Verfolgungkatholischer Unterthanen durch protestantische Fürsten, in Teutsib-land und auswärts, der Gesammtheit ihr künftiges Verderbenim Fall des Sieges der Protestanten kund.
Hiernach befanden beide Religioustheile sich im wahren Kriegs-stand, lange bevor man ihn durch Manifeste erklärte. Nachste-hende Begebenheiten, deren kurze Anführung genügen mag, brach-ten indessen die Krise näher.
Nähere Anlässe des Zojährigen Kriegs. Matthias.
Der Kurfürst von Köln, Gebhard, aus dem Hause Truch-ses von Wald bürg, um Agnes, Gräfin von Mannsfeld, dieer liebte, zu heirathen, verließ die katholische Kirche und ging zurreformirten über (1583). Er vermeinte, sein Erzbisthumgleichwohl beibehalten zu können, und begann darin das Werk derReformation. Aber der Papst entsetzte ihn des Erzbisthums undthat ihn in den Bann. Die Kapitulareu seines Domstiftes aberpostulirten sofort zum neuen Erzbischof den Bischof Ernst vonLüttich, einen baier'sehen Prinzen, welcher auch bald durchWaffengewalt seinen Gegner verdrängte, und den kurfürstlichenStuhl behauptete.
Ein anderer Streit entstand über das Bisthum Straß-burg. Ein dritter (1580) war über die gewaltsam durchgesetzteForderung der protestantischen Einwohner Aachens, am Stadt-regiment Theil zu nehmen, entbrannt. Der Reichshofrath hatteselbst die Stadt mit der Reichsacht belegt.
Noch bedenklicher war die von demselben Reichshofrath aus-gesprochene Achtserklärung gegen die schwäbische Reichsstadt Do-nauwerth, wegen eines über einer katholischen Prozession vondem protestantischen Pöbel erhobenen Tumults (1606). Der Her-zog Maximilian von Baiern, als Achtsvollstrecker, überwäl-tigte die Stadt leicht, und machte sie zur bairischen Landstadt.
Auch ein Successionsstreit über Marburg und Gießen,der sich zwischen den Häusern Hessen-Darm st adt und Hessen-Kassel entsponnen (1605), trug zur Vermehrung deS Brandes bei.
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