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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Aber weit folgenreicher noch wurde der Zank um die Jülich'-sche Erbfolge. Um das reiche Erbe des Herzogs Johann Wil-helm ( 1609 ), welcher Jülich, Berg und Eleve sammt Mark,Ravenstein und Ravensberg besessen, stritten sich die beidenSächsischen Häuser, dann Kur-Brandenburg, Psalz-Neu-burg, auch Pfalz-Zweibrücken, auch der östreichische Mark-graf von Burg au, und daneben noch einige auswärtige Prinzen.Durch feierliche Verträge war die Unzertrennlichkeit der Länderfestgesetzt; aber Herrschsucht und Religionseifer spotteten der Ver-träge. Es war von großer Entscheidung, in welches Loos, ob indas katholische oder protestantische, so reiches Erbe fiele. AuchSpanien, Frankreich, die Niederlande blickten sorgsamdahin. Um den Beistand Spaniens zu erhalten, wurde der Pfalz-graf von Neuburg katholisch, der Kurfürst von Brandenburgaber, um die Holländer desto enger sich zu verbinden, trat zurreformirten Kirche über. Ein Vergleich z» Tanten ( 1614 )blieb ohne Wirkung; jeder Theil behauptete bewaffnet, was er er-obert hatte. Spanier und Holländer hausten kriegerisch imteutschen Land.

Diese letzten Vorgänge hatte aiser Rudolf nimmer erlebt.Aber auch die frühern waren von ihm meist ungeachtet geblieben.Ohne Hinderung oder Antrieb von seiner Seite bildeten sich indem einen teutschen Reiche zwei feindselige Bündnisse, zwei Staa-ten in dem einen Staat, die protestantische Union und diekatholische Ligne. Bald nach jenem Reichstag von Negens-d"rg ( 1603 ), auf welchem zum Heil der Türken die Ständepiirte« gegangen, schlössen mehrere protestantische Fürsten —theils der Lutherischen, theils der Kalvinischen Kirche angehörendinsbesondere Kur-Pfalz, dann Brandenburg, Neuburg,^ürtemberg und Baden zum wechselseitigen Schirm eine^aion, welcher allmälig noch mehrere andere Fürsten, und auch^Reichsstädte Straßbnrg, Nürnberg und Ulm beitraten,*"'d zu deren Haupt der Kurfürst Friedrich von der Pfalz^klärt ward. Die feierliche Befestigung des Bundes geschah zuHalle i„ Schwaben ( 1610 ). Dagegen vereinigten sich noch indemselben Jahr viele katholische, zumal geistliche Stände zu^"rzburg in ein noch mächtigeres Bimdniß, die Llgue ge-A°"eck, A. Weltg. in. 10