und ihr geschätztester Preis gewesen. Alle protestantischen Fürstenverloren ansehnlich an Macht und Reichthum, wenn das Edikt?"m Vollzug kam.
Daher allgemeines Geschrei gegen den Kaiser und sein Edikt.Da schloß derselbe zu Lübeck Frieden mit Dänemark (1629,12. Mai), und gab dieser Krone alle gemachten Eroberungen zu-rück, unter der einzigen Bedingung, daß sie nicht ferner in dieAngelegenheiten Teutschlands sich mische, außer was ihr Verhält-uiß als Inhaberin des Herzogthums Holstein mit sich bringe.Auch sollte sie Wallenstein als Herzog von Meklenburg an-erkennen.
Vierte Periode. Gustav Adolf.
Aber die geängsiigten Protestanten wandten ihre Blicke nachSchweden, und schon rüstete sich dessen König, Gustav Adolf,?U ihrein Schirm. Dieser große Mann hat die Geschichte miteinem der glänzendsten Schauspiele bereichert von dem, was per-sönliche und moralische Kraft vermag, im Gegensatz von bloßphysischer und politischer Stärke. Das von Natur arme, durchMangel an Civilisation noch ärmere, dünn bevölkerte Schweden,hatte bis jetzt an den größeren Verhandlungen der europäischenStaaten nur wenig Theil genommen. K. Gustav Adolf —die Kunde von seinen Siegen über das schwache Polen ausge-nommen — war nach seinem Geist und Charakter kaum gekanntvon den Mächten. Ja, Wallenstein vermaß sich, von demFriedenskongreß zu Lübeck geringschätzig die Gesandten einesMonarchen abzuweisen, der, hätte er länger gelebt, sehr leichtvon der nächsten Friedensverhandlung die Gesandten Oestreichshätte ausschließen mögen.
Zu gleicher Zeit, als Gustav Adolf zum Krieg wider denKaiser sich entschloß, ja als er bereits ein zwar kleines, doch ab-Uehärtetes, trefflich geübtes, sieggewohntes Heer an der Pomm er-sche„ Mste gelandet hatte, dankte Ferdinand einen großen Theilseinigen ab, und entließ den einzigen großen Feldherrn, den^ besaß, den Grafen von Wallenstein, aus seinem Dienste.Auf einem Kurfürstentag zu Regensburg (1630, 3. Jul.) wa-