Band 
Dritter Band. Neuere Geschichte.
Seite
292
JPEG-Download
 

292

nore, vermählt hatt«, führte das Heer nach Schweden zurück,nicht ohne großen Verlust.

Friedensschlüsse zu Stockholm und Rystadt.

Der Mißbrauch, welchen Karl XU- mit der absoluten Ge-walt getrieben, bot den natürlichsten Anlaß zu erneuerter Be-schränkung des Thrones. Aber zum Unglück für Schweden geschahdieselbe bloß im aristokratischen Sinn, wodurch das Uebelnoch größer ward. Ulrike Eleonore, die jüngere SchwesterKarls, ward auf ziemlich tumnltuarische Weise zur Königin er-klärt, gab aber an den Senat und die Stände die Sonveräuetätzurück, welche Karl Xl. an sich gerissen, und erkannte, daß sienur durch Wahl, nicht durch Erbrecht zur Krone gelangt sey-Sofort bildete sich der königliche Rath wieder zum Reichsrath,wodurch die alte Aristokratie erneuert ward. Denn dieser Reichs-rath sollte die Regierung gemeinschaftlich init der Königin führen,und nach der Mehrheit seiner Stimmen (die königliche Stimmezählte dabei nur für zwei) die Entscheidung statt finden.

Ulrike Eleonore trat gleich im folgenden Jahre (1720)die Krone ihrem Gemahl Friedrich von Hessen ab, mit Ge-nehmigung des Reichstags-

Diese Revolution hatte einen schändlichen Mord im Gefolge.Einen näheren Anspruch aus die Krone als Ulrike Eleonore hatteder Sohn ihrer ältern, verstorbenen Schwester, der Prinz vo»Holstein-Gotto rp. Man fürchtete, daß der Graf von Görrdas Holsteinische Recht behaupten würde. Daher ließ ihn diesiegende Partei verhaften, und durch die Hand des Henkers stet'ben (1719).

Hierdurch wurden auch die Unterhandlungen mit Rußlandzerrissen, was der erbitterte Czaar durch schreckliche Verwüstungenan den Schwedischen Küsten rächte. Erst 1721, (30. Aug.) g^'der nach Peters Diktat geschlossene Friede dem verblutenden Rei-che Erholung.

Schon früher hatte Schweden mit seinen übrigen Feinden si^ausgesöhnt. Die völlige Erschöpfung, die es nach Karls xll-Tod fühlte, machte ihm den Frieden nöthig um jeden Preis. Rock