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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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hatte eS die Mäßigung seiner Feinde zu rühmen, so große Opferes brachte. ^

Die definitiven Friedensschlüsse wurden theils noch im Jahre1710, theils in dem folgenden unterzeichnet. Sämmtliche Ver-handlungen fanden i» Stockholm statt.

In Gemäßheit dieser Friedensschlüsse trat Schweden an Kur-braun schweig ab, Bremen und Verben nebst einigen klei-nen Gerechtsamen, und erhielt entgegen eine Million Thaler. Estrat an Preußen ab Vorpommern bis an die Peene mitStettin, auch die Inseln Usedom und Wollin, wogegenPreußen zwei Millionen Thaler bezahlte. Von Dän,emarkerhielt Schweden alles Eroberte zurück, namentlich Wismar,Stralsund, Rügen und Marstrand; es unterwarf sich da-gegen dem Sundzolle, zahlte 600,000 Thaler, und erkannte denDänischen Besitz vom Gottorp'sehen Antheil an Schleswig.Mit Polen endlich ward der Oliva'sehe Friede erneuert, wasjedoch erst 172g völlig ins Reine kam. August II. wurde vonSchweden als König von Polen erkannt. Doch behielt Sta-nis laus den königlichen Titel, und erhielt eine Million Thaler.

Am schwersten zu befriedigen war das siegreiche Rußland.Erst am loten September 1721 kam unter Frankreichs Vermitt-lung zu Nystadt der harte Friede zu Stande, worin Rußlanddie Provinzen Livland, Esthland, Jngermannland undKarelien, einen Theil von Wiburglehn, auch alle Inseln vonder Kurischen Grenze bis Wiburg erhielt, dagegen Finnlandzurückgab, und zwei Millionen Thaler zahlte.

Dieser für Rußland so glorreiche Friede krönte die vielen Mü-he» Peters mit dem glänzendsten Triumphe. Jetzt nahm er mitSelbstgefühl die Namen des „Großen" des „Vaters desVaterlandes" und des „Kaisers" an, womit der Reichssenatund die heilige Synode bei der Verkündung des Friedens ihnbegrüßten. Alle Mächte — mit Ausnahme Polens und desPapstes — erkannten sofort, oder bald nachher, die neue kaiser-liche Würde.