Kuli Chan, Schah Thamasps Retter, ward bald nachher> Feind, entthronte Thamasp, und erklärte dessen unmündiges Kind,Ab das HI., zum König (1752). Im Namen desselben herrschtejetzt Kuli Chan mit unbestrittener Gewalt; er zwang die Tür-ken zur-Wiederabtretung Armeniens und Georgiens, underhielt von der.Kaiserin Anna in Rußland auch die Eroberun-gen des großen Peter zurück. Endlich, als das Kind Abbasin seiner Unmündigkeit verblichen (1756), ward Kuli Chanals Sultan ausgerufen, und solche Würde zum Erbrecht seinesHauses erklärt. Er nahm jetzt den Namen Schah Nadir an,und mit ihm beginnt eine neue Periode in der Persischen Geschichte.
Wir kehren nach Rußland zurück. Peter, so glücklich undglorreich in seiner Regierung nach innen und außen, war unglück-lich, und nicht ohne Schuld, in seiner Familie. Seine erste Gat-tin, eine Russin, Eudoxia Lapukin, betrübte ihn durch ihreAnhänglichkeit an die barbarischen Sitten ihres Landes. Er ver-stieß sie darum in ein Kloster. Sie hatte ihm einen Sohn,Alexis, gebore» (1690), welcher die Gemüthsart der Mutter^ erbte. Peter überließ die Bildung des Thronfolgers seinen Mieth-lingen und Fremden. Da schlichen sich die mißvergnügten Boja-ren und Mönche in das Vertrauen des Unbewachten, und flößtenihm Abscheu gegen die Neuerungen des Vaters, ja Abneigunggegen diesen Vater selbst ein. Dieser erschrack jetzt über dem Ge-danken, daß das Gebäude der Civilisirung Rußlands, woran erdie Kraft seines Lebens gesetzt, worauf er seinen Ruhm gegrün-det hatte, würde zusammengerissen werden durch den Nachfolger.Endlich forderte der Czaar mit steigender Strenge Alexis auf,entweder den Sinn zu ändern, oder der Thronfolge zu entsagen,^ und in's Kloster zu gehen. Alexis ersah jedoch eine GelegenheitZur Flucht nach Oestreich und Neapel. Der Czaar bewog ihndurch einen Brief, welcher Verzeihung und erneuerte Liebe dembehorchenden verhieß, zur Rückkehr, jedoch anstatt liebevoller- Aufnahme, fand der heimkehrende Sohn Gefängniß und Gericht.Den Czaar folterte die Furcht vor der Zerstörung seines Werkes,Und die Richter, 144 an Zahl, die Gesinnung des Herrn erken-Uend, beschwichtigten dienstfertig sein Gewissen und sein Naturge-fühl durch das einmüthige Erkenntniß, Alexis sey des Todes