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kund. Die Schritte deS Königs wurden daher bewacht, und dieNationalversammlung beschloss, daß der König, als erster Beam-ter des Reichs, nicht über 20Meilen von ihr sich entfernen dürfe.
Nach einem vorsichtig entworfenen, doch schlecht befolgtenPlan sollte der König an die Luxemburgische Grenze nachMontmedy fliehen, allwo ein Heerhansen unter dem Marq.v. Bouills, Gouverneur von Mez, stand. In der Nacht vvm20. auf den 21. Juni verließ der König mit seiner Familie dieTuilerien und die Hauptstadt, gelangte ungestört bis St. Mene-hould, woselbst aber der Postmeister Drouet ihn erkannte unddurch schleunigst ergriffene Maßregeln seine Festhaltung in Va-renues bewirkte. Mit ihm waren die Königin, die königlichenKinder und die Prinzessin Elisabeth. Des Königs Bruder, derGraf von Provence, einen andern Weg einschlagend, warnach den Niederlanden entkommen.
Der König hatte eine eigenhändig geschriebene Erklärung zu-rückgelaffen. Er protestirte darin gegen die von ihm früher be-sichtigten Beschlüsse der Nationalversammlung, und sprach dasVorhaben des Umsturzes der neuen Ordnung der Dinge ganzunumwunden aus. Gelang also die Flucht, so drohte, nebst Bür-gerkrieg und Schaffoten die Rückkehr des Despotismus; und ge-lang sie nicht, so war es jedenfalls geschehen um die Popularitätdes Königs, um das Vertrauen in sein Wort, geschehen um dieMöglichkeit einer aufrichtigen Aussöhnung im Fall eines wieder-kehrenden Streits. Hieraus zog das System der Jakobiner,die Anfeindung des Königthums, der Wunsch nach einer Repu-blik eine furchtbare Verstärkung.
Der König, am Zten Tag seiner Flucht, ward als Gefange-ner wieder eingeführt in seine Hauptstadt; umgeben von zürnen-den Pöbelhanfen und Nationalgarden. Indessen bewirkte doch diegemäßigtere Partei das Niederschlagen jedes weiter» Verfahrenswider ihn. Also ward er stillschweigend wieder eingesept in seineGewalt, und die Arbeiten der Nationalversammlung gingen ihresvorigen Ganges fort. Aber die Volksmasse, durch die Jakobinerbearbeitet, erhob darüber heftigen Tumult, welchen zwar La-fayette mit Mühe und nicht ohne Blutvergießen, stillte, dochohne Beruhigung der Gemüther.