rol am Brennergebirge. Das Hauptheer, die Oestreich» vorsich hertreibend, rückte endlich in Leoben ein. Der Erzherzogwich bis Steh er zurück. Da gerieth die Kaiserstadt, von wel-cher der furchtbare Feind nur noch 36 Stunden entfernt war, inBestürzung und Angst. Es erschienen Abgeordnete im fränkischenHauptquartier, einen Waffenstillstand anbietend. Auf 6 Tage(13. April), und nach deren Verfluß aufs weitere Tage, ward ergeschloffen, und während desselben der Präliminarsriede zuLeoben, an der Muhr, unterzeichnet (18. April). Oestreichtrat in demselben Belgien und die italischen Länder bis anden Oglio ab; dagegen sollte es — wie geheime Artikel besag-ten — das Venetianische Land, von diesem Fluß bis an denPo und an das adriatische Meer, auch daS VenetianischeJstrien und Dalmatien erhalte», beim allgemeinen Friedenauch Mantua und Peschiera. Die päpstlichen Legationenwurden zur Entschädigung Venedigs bestimmt. Mit dem teut-schen Reich sollte auf die Basis seiner Integrität ein Friedeunterhandelt, und die ciSalpinische Republik vom Kaiser an-erkannt werden.
Dieser Friede, bei nahender Stunde großer Entscheidung ge-schloffen, mehr noch sein dem Geschlagenen unerwartet günstigerInhalt, bewies die gegenseitige Furcht der Paciscenten. FürOestreich wäre der Fall Wiens allerdings ein schwerer und de-müthigender Schlag gewesen. Aber durfte Bon aparte so weitvordringen, nachdem er wirklich in Gefahr stand, von schwellen-den Feindesmassen umrungen, vielleicht vernichtet zu werden ? —Einerseits nahte das Ungarische Jnsurrektionshecr, — ander-seits, und ringsum, der Oestreichische Landsturm. Im V e-netianischen aber brach ein allgemeiner Aufstand gegen dieFranzosen aus, welchen die aristokratische Regierung, ausHaß gegen daS demokratische Revolutionssystem, entzündet hatte.In solcher Lage mochte ein Unfall Bonaparte'n verderblichwerden. Darum schloß er Frieden.
In demselben Augenblick war am Rhein ström der Kriegwieder entbrannt, welcher seit der Eroberung des Hüninger-Brückenkopfes allda geruht hatte. Schon war Hoche mit derSambre- und Maas-Armee bis Frankfurt, Moreau mit