157
Zwar erschienen Ludwig Graf von Cobenzl und Joseph Bo-naparte in Lüneville als Bevollmächtigte zur Unterhandlung.Allein die Forderung Frankreichs, daß auch ein Waffenstillstandzur See, so wie zu Land statt finden müsse, machte sie scheitern.
Auch jener zu Land wurde jetzt wieder aufgekündigt (11. und23. Nvv.). Die Fri.'densgesandten jedoch bliebe» in Lüneville.
Durch neu aufgestellte Heere am Main und am Nied er-theil, war die französische Macht der östreichischen noch überle-gener worden. Das östreichische Heer, jetzt unter dem jugendli-chen Erzherzog Johann (welchem General Lauer zur Leitungbeigegeben worden) stehend, war ihr auf keine Weise gewachsen.Dennoch wagte bei aller Schwäche der Erzb. Johann den An-griff, und ging über den In». Durch Ueberraschung trieb er an-fangs Moreau's linken Flügel, der unter Grenier bei Am-pfing stand, in die Flucht (l. Dez.). Aber zwei Tage späterrichtete Moreau bei Hohen linden (3. Dez.) in einer schreck-lichen Schlacht das östreichische Heer zu Grunde. In wilder Auf-lösung flohen die Geschlagenen in's Innere des eigenen Staates,den unerbittlichen Feind auf der Ferse, welcher über den Jnn,die Salza, die Traun und die EnS unter blutigen Gefechtensetzte, und 3 Wochen nach dem Sieg nur noch 20 Stunden vonWien stand.
In so dringender Noth hatte der Erzb. Karl wieder dasHeer übernehmen muffen; aber er erkannte die Unmöglichkeit desferneren Widerstandes. An 300,000 Krieger in Teutschland undItalien richteten ihre Schrittesgegen Wien. Daher mußte man Frie-den schließen. Nach kurzen Unterhandlungen kam also ein Waf-fenstillstand zu Steyer zu Stande (25. Dez.), dessen Bedingun-gen fast einer Niederlegung der Waffen gleich waren. Würz-burg und Braunau, Kufstein, Scharniz und Finster»münz wurden den Franzosen übergeben, ganz Tyrol von denLestreichern geräumt, und feierlich versprochen, daß der KaiserFrieden schließen werde, welches immer die Gesinnungen seinerVerbündeten seyn mochten.
Auch daS italische Heer, welches jetzt unter Brune stand,hatte neue Fortschritte gemacht. Es hatte Toskana noch wäh-rend des Waffenstillstandes eingenommen, sodann über den Min-