Von nüͤtzlichen Kuͤnſten. 122r
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APPENDIX
Oder
Anhang/Von nuͤtzlichen Hauß⸗ und Feld⸗Kuͤnſten.
1. Wie man gute Saiffen ſieden ſolle.Man nimmt Kalch.Weyd⸗Aſchen.
8 Buch⸗Aſchen/ jedes 1. Viertel.Stoͤſt die Weyd⸗Aſchen zu Pulver/ miſcht alles untereinander/ thuts in ei-nen Zuber/ und geſ et darauf z. oder 6. Brunnen⸗Eymer mit Waſſer/ iaͤſſetsdrey Tag lang alſo ſichen/ und ruͤhrt es alle Tage wol/ gieſſet alsdann daslautere Waſſer oben darvon ab.
Nota. Die Lauge muß zuvor die Probe halten; nemlich/ wann man eine
Gaͤnß⸗Feder darein ſtecket/ daß ſolche die Federn gehenlaͤſt/wo nicht/ ſo laͤſt man ſie laͤnger auf der Aſchen ſtehen. GVon dieſer klaren Laugen nimmt man 4. Eymer/ thut darunter5 Pfund Talck oder Unſchilt/ und laͤſts eine Weile alſo ſtehen.Nachdeme man nun vermeint/ daß es dick oder zaͤh werden will/ ſo giebtman ihme einen halben Eymer zu dem vorigen darunter/ auch eine HandvollSaltz darzu/ und laͤſſets ſieden/ eine halbe Stunde hernach hebt mans ab/und machts zu Tafeln/ nach Belieben.2. Auf eine andere Art Saiffenzu machen.
Man nimmt zu drey Theil Buͤchen⸗und Eychen⸗Aſchen/ ein Theil un-geloͤſchten Kalch/ ſolches mit Waſſer unter einander vermiſcht/ daß es anein-ander klebt/ darnach legt man auf einem Zuber Hoͤltzlein/ und auf dieſelbige einvier doppeltes Tuch/ legt hernach die Aſche darauf/ ſchlaͤgets wol und veſt aufdas Tuch/ gieſſet hernach warmes Waſſerdaruͤber/ laͤſſet die Laugen durch-lecken; und wann ſie nicht ſcharff genug iſt/ ſo gieſſet man die Laugen wiederauf/ damit ſie die obgemeldte Prob halte.
Von der guten Laugen gieſſet man hernach 4. Eymer voll/ darzu5. Pfund