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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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1272² Von nuͤtzlichen Kuͤnſten.y5. Pfund Talch oder Unſchlitt/ und ocediret damit/ wie obgemeldt/ allein

wann ſie anfaͤngt dick zuwerden/ ſo ſoll man ein wenig Alaun darein thun/und damit ſieden laſſen/ biß daß ſie dick genug wird/ thuts alsdann vom Feu-er/ und ruͤhret z. Haͤndvoll Saltz darein/ aͤſt es kalt werden/ und macht Ta-feln daraus.

ota. Von 5. Pfund Talck bekommt man 15. Pfund Saiffen.

Item/ 3. Pfund Talck geben auch c. Pfünd Saiffen.Kalk und Saltz machen die Saiffe hart.

Wann mankeine Saiffen⸗Lade oder gevierdten Kaſten hat/ worinnwan die Saiffe gieſſen will/ ſo nimmt man nur ein rundes Schaff/ ſo ohngefehrnicht tieffer als eine queere Hand/ bohret den Boden voller Loͤcher/ legt her-nach ein Tuchdarein/ und gieſſet die Saiffe darauf, laͤſſet die Lauge darvonabtropffenin ein ander Geſchirr⸗ laͤſts einen Tag und Nacht alſo ſtehen; Alsdann kan man die Tafel hernach mit einem Drath ſchneiden/ wie mans habenwill/ und aneinem Ort mittelmaͤſſiger Waͤrme trocknen laſſen.

Notz. Die abgefloſſene Lauge kanman als dann zum Waſchen brauchen.3. Wie man weiſſe Saiffen ohne Feuer machen ſolle.Man nimmt Alaun/ 1. Pfund.Kalch /4. Pfund.Miſchet alles durcheinander/ macht darvon eine Laugen. Auf 1. PfundAlaun mußman ein Beckenvoll der vorigen Laugen haben. Und aufz. Pfundungeloͤſchten Kalch. Eymer voll Laugen/ ſo 5 genng..

Hernach nimmt man z. Schuͤſſel voll dit llirten Eſſig und eine Schuͤſ-ſel voll Oel/ miſchet alles zuſammen/ nimmt hernach 2. Quintlein weiſſeSaiffen/ feinklein gerieben/ und;. Quintl. Stein⸗Alaun gebrannt/ Staͤrck-oder Krafft⸗Meel/ miſchet alles durch einander/ mit dem Oelund Laugen4. Stund lang mit einem Stecklein geruͤhrt/ wie einen Brey/ biß daß es dickgenug wird. Reibts fernerr. Viertel Stund langhn einem ſtarcken Brey/gieſſet es aus/ wie vorige Saiffen/ ſchneidets/ und laͤſſets trocknen.

4. Saiffen⸗Ballen/ damit man die Flecken aus den1 Kleidern machenkan. 1. Mannimmt gute Saiffen/ thut varunter Weinreben-⸗Aſchen/ zugleichauch ſo viel Kreiden/ wol durchgeſiebt/ desgleichen gebranten Alaun undWeinſtein auch zerſtoſſen/ alles in einem Moörſel zueinem Brey geſtoſſen/macht hernach Ballen daraus/ nach Blieben/ aͤſts am Schatten trocknen/und verwahrts zum Gebrauch.

Die