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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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1276 Von nuͤtzlichen Kuͤnſten.

ſelbiges auf die Flecken/ legt darnach ein warmes Kuͤſſen mit einem grauenPapier darauf/ ſo ziehet ſolches dit Oelflecken wieder aus.

16. Wie man Flecken oder Mackel aus Taffetmachen ſolle.So nimmt man Ochſen⸗Gall mit warmen Waſſer.

nj. Flecken von Tuch und Sammet auszumachen.Man ſiedet Zwiebeln in Bethonien⸗Safft/ und waͤſcht mit dieſemWaſſer die Flecken.

38. Wie man Wachs auf Sammet von allerley Farbengefaͤrbt/ ausgenommen Roth/ hinweg nehmen

olle.Man roͤſtet ein gutes Semmel⸗Brodauf gluͤhenden Kohlen/ſlegts dar-nach aufs Wachs/ und reibts damit/ biß daß das Wachs alles heraus gehet.Iſt aber Wachs auf Seiden/ oder grob gruͤn Tuch/ ſo uͤberſchmieretmans nur mit weicher Saiffen/ thuts an die Sonne/ da es warm iſt/ waͤſchtes hernach mit Waſſer aus.

19. Wachs zu vermehren/ eine ſchoͤne Kunſt.Man nimmt. Pfund Unſchlitt mit Linden⸗oder Neſſelkraut/ laͤſſets ſo

lang ſieden im Waſſer/ biß daß es gnug iſt/ ſeyhet es hernach durch ein haͤrinSieb/ und zerlaͤſtes wiederuͤber dem Feuer/ und nimmt auf jedes Pfund Un-ſchlitt k. Maaß Menſchen⸗Harn und Chelidonienwurtzel/ auch Rinden vom

Eucumern,/ eines ſo viel als des andern/ aͤſſets ſo lang ſieden/ biß daß esgelb wird/ nimmt hernach 2. Loth Dannzapffen/ auf ein jedes Pfund Un-ſchlit/ iaͤſſets ein wenig ſieden/ ruͤhrts mit einem Stecklein wolunter einan-der/ und ſeyhet es wieder durch. Miſchet alsdann das Wachs darunter;man muß aber das Wachs erſt ſchmeltzen/ hernach allgemach das gemeldteUnſchlitt darunter thun.20. Wie man Flachs zart und weich machen ſoll.Man ziehet den Flachs durch eine grobe Hechel/ und beſchmieret dasGehechelte gar wol mit Kaͤlber⸗Koth laͤſſets alſs 4-oder r. Tag lung liegen/waͤſchts mit Lauge/ und ſpuͤhlet es mit reinem Waſſer aus/ huͤngts an dieSonne/ laͤſſets trocknen/ hechelt es alsdann dunch eine reine Hechel/ ſo wirdder Flachs ſchoͤn weich/ wie Wolle und Seiden. 8921 Wie