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Band II.
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II. Abschnitt. Begriff und Arten des Werthes. II. Entwickelung.

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8. Tauschwerth der freien Güter.

Unter freien Gütern versteht man solche, die vermöge ihrer Natur eineBesitznahme oder ein Besitzverhältniss ausschliessen. Freie Güter haben alssolche an sich keinen Tauschwerth. Sie sind aber im Stande, Tauschwerthdadurch zu erlangen, dass die eine oder andere besondere Nutzung derselbenim Wege des Rechtes einzelnen Persönlichkeiten zngestanden wird.

Solche Fälle sind z. B. die Anlage von Wasserwerken in öffentlichenGewässern. Hier erhält das Wasser directen Tauschwerth als Genusswasser,die Wasserkraft Tauschwerth durch die Berechtigung zu ihrer Ausnutzung.Allerdings ist in diesen Fällen das „freie Gut“ zu einem wirtschaftlichenGute geworden.

Die freien Güter tragen häufig zur Erhöhung des Tauschwertes andererGüter bei, so z. B. die Luft der climatischen Curorte, welche den Boden-werth steigert, die Sonne, indem sie einzelne Grundstücke besonders er-trägnissreich macht, die öffentlichen Gewässer dadurch, dass sie eine Be-rieselung der angrenzenden Culturen ermöglichen und als Verkehrsmitteldienen, das Meer endlich durch Anlage von Seebädern oder bloss durch denReiz, den der Ausblick auf dasselbe von den anliegenden Grundstücken bietet.

Roscher sagt in Bezug auf die Möglichkeit, Tauschwert zu besitzen:„Ein Gut, das Tauschwert erlangen soll, muss ausser seinem von mehrerenMenschen anerkannten Gebrauchswerte noch die Fähigkeit haben, aus-schliesslich besessen zu werden; und diese Uebertragung muss erwünscht seinwegen der Schwierigkeit, auf anderem Wege in seinen Besitz zu gelangen.“

Dass sohin freie Güter als solche an sich Tauschwerth nicht erlangenkönnen, geht daraus hervor.

II. Entwickelung des Begriffes Werth

nach Leroy-Beaulieu.

Leroy-Beaulieu baut den Begriff des Werthes auf die Thatsache desAustausches.

„Der Austausch ist eine instinktive Thatsache in der Menschheit. Esist charakteristisch für die Production in civilisirten Ländern, dass die meistenMenschen produciren, was sie nicht selbst consumiren werden, oder wenigstensweit über das Verhältniss ihres persönlichen und Familienverbrauches hinaus,und dass sie sich andererseits durch Tausch, Kauf und Verkauf, die ge-wöhnlichen Formen des Tausches, die meisten Bedürfnisse befriedigen. EinSchuhmacher verfertigt z. B. im Jahre 300 Paar Stiefel, während er davonfür sich und seine Familie nicht ein Dutzend benöthigt. Ein kleiner Grund-besitzer producirt auf seinem Rebgute 50 Hectoliter Wein, während er mitWeib und Kind nur sechs bis sieben Hectoliter trinkt. Ein Brillenmacher fertigt