II. Abschnitt. Begriff und Arten des Werthes. III. Subjectiver u. objectiver. 15
Neumann sagt selbst hierüber: „Leicht zu charakterisiren ist freilichdieser Vermögenswerth nicht. Er bietet manche Schwierigkeit, da die Personen,deren Vermögensinteressen in Frage kommen, sobald der letzteren gedachtwird, natürlich nicht unerwähnt bleiben dürfen, andererseits aber auch nichtals bestimmte Personen zu charakterisiren sind, wie es dem subjectiven Werthgegenüber geschehen muss.“
2. Tausch- oder Kaufwerth.
Tausch- oder Kaufwerth (auch gemeiner Handelswerth genannt) ist „dieBedeutung, welche der Verfügungsgewalt über ein Ding mit Bezug aufden Zweck des Eintausches oder Kaufes anderer Dinge beigelegt wird.“(Neumann.)
Tausch-, beziehentlich Kauf- und Verkaufswerth werden dort in Betrachtkommen, wo „in nicht zu langer Zeit ein Umsatz der bezüglichen Objectezu erwarten steht, insbesondere also Handelswaaren gegenüber“.
Wir haben nun hier einer Eigenthümlichkeit der Bezeichnung Tausch-werth zu erwähnen, die darauf beruht, dass der Name zwei Begriffe deckt.Diese sind der objective und der subjective Tauschwerth.
2 a. Objectiver und subjectiver Tauschwerth.
Die Frage, ob zwei Güter in dem Momente, in dem sie gegen einandergetauscht werden, gleichen oder ungleichen Tauschwerth haben, ist ebensooft mit „Ja“ als mit „Nein“ beantwortet worden. Die Einen sagen: „Wirdein bestimmtes Quantum einer Waare gegen ein ebenfalls bestimmtes Quantumeiner anderen Waare getauscht, so müssen sie in diesem Tausche gleichenWerth haben, denn sonst würde man ja auf der einen oder anderen Seiteeine Zugabe an Quantität fordern. Die Anderen sagen hingegen, dass nurdie Ungleichheit der Werthe zum Tausch führen kann. Wenn die eine oderdie andere Thatsache für sich bestehen könnte, dann wäre ein Tausch un-möglich. Im ersten Falle wäre er einfach Spielerei, im- zweiten Falle würdenur der Dumme tauschen, sich also übervortheilen lassen.“
„Anscheinend haben also in solchem Falle die beiden Objecte gleichenund ungleichen Tauschwerth.“ Wir erkennen leicht, „dass das eine WortTauschwerth zwei Begriffe deckt.“
Der Begriff des objectiven Tauschwerthes besteht in der Beziehungdes Werthes der Dinge zu einander, und da ist zweifellos die Werthgleichheitdie Basis für die Tauschoperation.
Der Begriff des subjectiven Tauschwerthes besteht darin, dass jedesder beiden Tauschgüter in Bezug auf den Empfänger einen grösseren Werthhat als das begebene Gut für seinen Besitzer. Hier ist die Beziehung zurPerson das werthbestimmende Element, der Werth ist subjectiv, das heisst,er besteht in seiner Beziehung zur bestimmten Person, zum Subject.