a 66
Herr Haußmann zu Kolmar in Elsaß, welcher aus-gezeichnete chemische Kenntnisse besizt, und das täglicheGeschäft des Färbens und der Baumwoll - Druckerei aus-übt, hat im Journal de Physique etc. (Merz 1788) eineinteressante Abhandlung über den Jndig und dessen Auflö-sungsmittcl mitgetheilt. Er bemerkt, daß die Veränderungder Farbe vom Gelben ins Blaue beim Farben der Baum-wollenzeuge nach oben angeführter Art sehr beschleuniget,und die blaue Farbe selbst dunkler und glänzender als sonstwerden kann, wenn man die eben aus der Küpe genom-mene gefärbte Baumwolle in mit Schwefelsaure angesäuer-tes Wasser taucht; wodurch nicht blos die Wiederbelebungdes Jndigs beschleuniget, sondern auch ein Theil des schwe-felsauren Kalkes aufgelöst und weggeschafft wird, der aus-serdem die intensive Stärke der blauen Farbe sehr schwä-chen würde.
Wenn die Farbe der Küpe nicht bald nach ihrer Be-reitung alle verbraucht wird, so ist es nothwendig, daßman sie umrühre; weil der aufgelöste Jndig durch fortwäh-rende Aufnahme von Sauerstoffgas aus der Atmosphäre,
angegriffen werden dürfen. Dieß ist vorzüglich bei dem bun-ten Küpen-Artikel, Lapis genannt, der Fall, in welcherRüksicht wir auf die Abhandlung von Dr. Drngler in dessenneuem Journal der Farbekunst, ;r Band rs Heft S. 3 — ?6verweisen. Sonst hat man sich zur Anstellung dieser Küpeausschließlich des kalten Wassers bedient, bei näherer Prüfungdes Gegenstandes sahen aber denkende Kolvristen, daß die.Anwendung des kalten Wassers sehr nachtheilig sei, weil diedarin enthaltene Kohlensaure und die in ihr aufgelöste Kalk- ;erde wieder eine größere Menge atzenden Kalk erfordert, umjene zu beseitige». Zu dem befördert das heiße Wasser dieLösung des Jndigs ungemein, und eine so angestellte Küpekann als vollkommen angesehen werden.