Band 
Erster Band.
Seite
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Da die Kunst des Calikodruckens erst spat in Europaeingeführt wurde und da die essigsaure Thonbeitze nichtscheint, in irgend einem andern Lande bekannt gewesen zuseyn: so hatte man erwarten dürfen, daß ihre Entdeckungin England als eine so wichtige Sache angesehen wordenWare, daß sie «ine neue Epoche in der Geschichte der Kunstgegründet hatte. Ich war daher nicht wenig erstaunt, daßich nicht einen Schriftsteller, der ihrer Erwähnung gethan,und nicht einen Cattundrucher fand, der mich belehren

so tauglich. Doch bald darnach entdeckte man, daß die all-Eiche», Buchen und andern Hölzern erhaltene Saure (indemman die Hölzer in verschlossenen Gefäßen verkohlte,und die Saure durch die gewöhnlichen Rceftienten re. auf-fieng), eine wahre Essigsaure war, blos mit Beimischung ei-nes brenzlichen Oelcs und vielleicht von etwas Ammoniak.Diese Saure wurde nun allgemrin an die Stelle des Wein-essigs gesetzt und zur Auflösung des Bleioxydes oder des koh-lensauren Bleis gebraucht. Die damit bereitete Auflösungwurde mir einer beträchtlichen Kostenverminderung zur Zer-setzung des Alaunes statt des Bleizuckers angewendet, da dasbrenzlichc Del, seinen unangenehmen Geruch ausgenommen,selb- den zärtestcn und lebhaftesten Farben wenig oder garnicht nachtheilig ist, und denen, die auf eine eisenhaltige Ba-sis zu stehen kommen, sogar vvrtheilhaft wird. In neuernZeiten hat man jedoch entdeckt, daß, wenn man Kalk stattdes Bleioxydes oder des kohlensauren Bleis in der Holzsaureoder einer andern Essigsaure auflöset, der Alaun noch wohl-feiler zersetzt werden könne, und gegenwärtig wird essigsaurerKalk, wie ich glaube allgemein, statt des essigsauren Blei'sangewendet, um die alaunhalcige Beitze zu bereiten >°^).

104) Ueber das holzsaure Blei und den hvlzsauren Kalk fthe manKurrers Abhandlung in Schweiggcrs Journal für Chemieund Physik, Bd. Xl. S.f. Dinglers neues Journal derFarbekunst rc. Bd. l. S. i-f., und den Schluß des Anhan-ges über die substantive» Eisenfarben im vorstehende» Ab-schnitte.