Als die Spanier zuerst im Jahr 1518 nach Mexikokamen / fanden sie die Cochenille von den Eingebohrnen je-
hat keine andere Blatter. Ihre Blüthen, die auf den jungenZweigen vertheilt sind, bestehen aus einem schuppichten Kelch,welcher viele Blumenblattchen und Staubfäden tragt. DerStempel mit einem einzigen Griffel, der unten im Kelch ver-bunden ist, wird mit ihm zu einer eßbare» Frucht, die einerFeige gleicht und voll Saamen ist, der in ein rörhliches Fleischeingehüllt ist. Es giebt verschiedene Arten der indianischenFeige. Diejenigen, die einen platten Stengel und zu häufigeoder zu nahe beisammenstehende Stacheln haben, sind zurCochenillezucht nicht dienlich. Die Cochenille gedeiht nur aufderjenigen Art, die wenige Stacheln und eine wollige -Ober-fläche hat, die ihr einen sichern Aufenthalt gestattet. Siescheut die Winde, die kalten Regen und die zu große Feuch-tigkeit. Das Beschneiden der Pflanze ist nicht vortheilhaft.Man gewinnt mehr, wenn man sie alle sechs Jahre frisch an-pflanzt, indem man verschiedene Pflanzentheile in ziemlichtiefe Gruben steckt, die rautenförmig »der viereckigt in einenEntfernung von sechs oder acht Fuß von einander eingetheiltsind. Ein so angesetztes Land, das unter dem Name» derNopalpflanzung bekannt ist, enthalt gewöhnlich nur einen oderzwei Morgen, selten drei. Jeder Morgen nährt bis so© Pfund' Cochenille, und ein Maun ist zu derer Pflege hinlänglich. Ermuß das Unkraut oft, aber mit Vorsicht ausjäten, um dasInsekt nicht zu stören, welches verloren ist, wenn es aus sei-ner Stelle gebracht wird. Er muß auch mit Sorgfalt dienachtheiligen Thiere ausrotten, unter denen das furchtbarsteeine Raupe ist, welche sich Gange in das Innere der Pflanzeselbst grabt, und das Insekt von unten angreift. AchtzehnMonate nach der Anpflanzung bedeckt man den Nopal mitder Cochenille, um sie aber regclmasig auf der ganzen Pflanzezu vertheilen und zu verhindern, daß sie sich durch zu starkeAnnahrung nicht schaden, befestigt man an den Stachel inverschiedenen Entfernungen kleine Nester, die von Kokoswoll«gemacht, und von der Seite gegen Westen offen sind, in