Man bat demzufolge Grund zu schließen, daß einelange Reihe von Jahren hindurch keine andere als dieAlaunbasis zum Farben mit Cochenille in Europa angewen«der wurde*); bis der Zufall, durch welchen eine Zinnauf.lösung mit Scheidewasser in einen Absud von Cochenille umdas Jahr 1630 fiel, die besondere Kraft, welche dem Oxydejenes Metalls zur Erhöhung der Farbe dieser Substanzeigen ist, an den Tag brachte, und zur Entdeckung derlebhaftesten aller Farben, des Cochenille.Scharla.ches/ führte. Kunkel und Andere berichten, daß dieserZufall einem Deutschen Namens Küster oder Knffler be-gegnet sei. Allein Andere und insbesondere V eck mannversichern, daß er bei einem holländischen Chemiker vorfiel,der Cornelius Drcbbel hieß, zu Alkmaar gebühren war,und zu London im Jahre 1634 starb **). Dieser soll dem
die mit einem Alaunabsud bereitet wurden, ihrem Zwecke al-lerdings entsprechen; späterhin war aber dieß nicht mehrder Fall.
*) Cancparius sil« Atramentis p. Igt) spricht von einer Far-be ,, ex. granis licus Indicae Mex-icani, <juae prout seminasunt, eisijue tinctores pio carbisino colore utuntur.”
Daraus erhellet, daß damals (1619) die Cochenille blos zumCarmcsinmrbeii zu Venedig, wo die Farbckunst mit großemErfolg ausgeübt wurde, im Gebrauche war.
**) Wenn es wahr ist, daß Dr ebbe l in London 1634 gestorben,so war er vermuthlich nach England gekommen, um aus sei-ner Entdeckung Vortheil zu ziehen, und starb, bev» er sei-ne» Zweck erreichen konnte I2 °).
120) Nach andern Schriftstellern war es im Jahr 1630 eben dieserals Physiker bekannte Cornelius Drebbel z» Alkmaar, derdurch Zufall die Veranlassung zur Entdeckung der Scharlach-farbe gab. Ihm zerbrach ein Glas mir Königswasser, wel-ches an einen! mir Zinn verlörhctcn Fenster in eine dabei ste-hende Cvchcmllerüiktur hcrabflvß, und ihre kirschrothe Farbe