Kuffler, welcher ein vortreflicher Färber zu Leiden warund nachmals Drebbels Schwiegersohn wurde, die Ent«
«uf der Stelle in die schönste hochrothe umänderte. DiesenVorfall erzählte er seinem nachmaligen Schwiegersohn demSchönfärber Kuffelar zu Leiden, einem gebohrnen Deut-schen, welcher »ach mehreren Versuchen diese Kunst zu eini-ger Vollkommenheit brachte. Fast zu gleicher Zeit kamen vonJülich und van der Vecht auf die Entdeckung dieses Ge-heimnisses. Von diesem lernte es Gilles Gobelin, der sichin Verbindung mit seinem Bruder zu Paris unter der Regie-rung Franz des Ersten im Jahr i6;o niederließ, und in einerVorstadt an einem kleinen Bache, Bierre genannt, dessenWasser er zu dieser Farbe besonders geschickt fand, eine be-deutende Färberei anlegte. Dieses Unternehmen sah man an-fänglich für so schwierig an, daß man an der Ausführbarkeitdesselben zweifelte, und diese Färberei Gobelins Thorheitnannte. Er vollendete abcr sein Unternehmen glücklich und«rlvarb sich einen uucrmcßlichen Reichthum. Die von ihmverfertigte Scharlachfarbe heißt noch jezt i» Frankreich Go-belins-Scharlach, so wie noch jezt ein hinterlassenes Ge-bäude und die berühmte Tapetcnmanufaktur seinen Namenführen. !AlS em Beweis der danialigcn kurzsichtigen Den-kungsart verdient noch angeführt zu werden, daß man glaubte,Gobelin könne ohne übernatürliche Hülfe sein Unternehmennicht ausführen, und daher folgendes Gcschichtchcn erfand:Gobelin habe einen Kontrakt mit dem Teufel gemacht, daßer ihn diese Farbe lehren solle. Er lehrte sie ihn und Gobe-lin gewann einige Jahre viel Geld damit. Als aber der Ter-min hcrannahcte und Gobelin einmal mit dem Lichte über»en Hof gieug, kam der Teufel ihn abzuholen. Gobelin batum Frist, abcr der Böse wollte ihm diese nicht '.gestatten.Endlich bat ihn Gobelin, nur noch so lange zu warten, bisdas Stückchen Licht in seiner Hand ausgebrannt sei; dieseswurde gestattet. Gobelin warf hierauf den Leuchter in denBrunnen, und ließ diesen sogleich zuwerfen. Der betrogeneTcNsel machte sich voll Zorns davon, und Gobelin gewann