des Cocheniklefärbestoffes von seinem natürlichen Carmessnin Gelb gleich kommt. Da man nun bessere Gelb aus an»dern Farbwaarcn, worin sie von Natur aus enthalten sind,und fünfzigmal wohlfeiler erhalten kann/ als wenn mansie auf diese Art aus der kostbarsten aller Farbwaa.ren (der Cochenille) bereitet, so schloß ich nothwendig, daßdas allgemein und ausschließend bekannte Verfahren, Schar»lach zu erzeugen / höchst widersinnig sei, weis es unnöthigeKosten verursache.
Da ich von jener wichtigen Wahrheit überzeugt, undtugleich auf das Zeugniß des Hellot, Macquer und An-derer zu vorschnell des Glaubens war, daß der natürlichetzarmesin der Cochenille blos durch die Salpetersäure, wel»che zur Zinnauflösung genommen worden, Scharlach ge-macht würde: so begann ich eine Reihe von Versuchen,Scharlach ohne eine solche Versplitterung des Eoche»nillefarbestoffes zu erzeugen. Zu diesem Zwecke schien eSmir nöthig, eine Beitze oder Basis zu entdecken, welchedas reine lebhafte Carmcsin oder Rosa der Cochenille dauer»haft zu firiren und prächtig zurückzuwerfen im. StandeWare, ohne es in Gelb schillern zu machen. Ich schloß(und fand diesen Schluß durch die Erfahrung bestättigt),daß die nöthige Reinheit und Lebhaftigkeit der Farbevon einer Alaunbasis, man möge sie wie immer auflösen,nicht erhalten werden könne, ob sie gleich ohne Zweifel dieFarbestoffe der Cochenille danerhafter als jede andere Beitzesixirt. Gleichen Fehler fand ich bei den Auflösungen allerandern Erden und Metalle, Zinn allein ausgenommen; jaes zeigte sich sogar noch der Nachtheil, daß die meisten der-selben die natürliche Farbe der Cochenille sehr beträchtlichverschlechterten oder veränderten. Ich folgerte daraus, daßeine zu meinem Zwecke schickliche Basis in dem reinen wei-ßen Kalke oder O^yde des Zinnes gesucht werden müße.