Ich habe gesagt, daß drei Pfund Salzsäure/ welchenur einen Schilling kosten/ ei« Pfund Zinn auflösen können,
einem gläsernen Kolben gieße man zwölf Pfund reine Salz-säure und setze derselben zwei Pfund gedrehtes oder geraspelttes Zinn mit einem Male zu. Den Kolben bringe man nunso lange in ein heißes Sandbad, bis das Zinn vollkommenaufgelöst ist. Die dadurch erhaltene Jinnanflösung wage manund bringe so viel reines Wasser hinzu, daß das Ganze sechs-zehn Pfund am Gewichte beträgt, und verwahre die Auflö-sung in einem wohl verstopfte» Glase zum Gebrauch. Wirddiese salzsaure Jinnauflösmig in gleichen Verhältnissen wiedie salpetersalzsaure Zinnauflösung zur Darstellung des Schar-lachs verwendet, so erhält man ein eben so günstiges Resul-tat als mit der Leztern. Nach Hermbstadts Angabe verfährtman folgendermaßen: Jum Ansud werden auf jedes hundertPfund Tuch 6 Pfund Weinsteinkristall, ; Pfund Curkumewur-zel oder 6 Pfund Fisetholz und 16 Pfnnd salzsaurcs Zinn an-gewendet. Das gut angesottens Tuch wird hierauf gcspühlt,und alsdann in einem Bade von Cochenille ausgefärbt, wel-ches aus fünf Pfund feiner Cochenille zubereitet worden ist.Auf diese Art wird das allerfeinste und satteste Scharlach ge-wonnen. Außer der Wohlfeilheit gewährt diese Methodeauch noch einen andern Vortheil, der sehr wichtig ist, unddieser besteht in der Trsparung der Cochenille, die dadurchveranlasset wird. Durch vielseitige Beobachtungen hat mandie Erfahrung gemacht, daß für ein Pfund Tuch, auf diesemWege gefärbt, 6 Quentchen Cochenille eben so weir reichen,als auf »orgedachtem Wege 2 bis 2 1/2 Loth, rmi eine gleichsatte Farbe damit zu erzeugen.
Der zureichende Grund, warum bei der bisherige»Methode mehr Cochenille gebraucht wird, liegt 0 in derArt und Weise, wie bei der getvöhnlichen Scharlach farbereroperirt wird, bei welcher man die Jinnkomposizion zum Theilim Ansiedcn, zum Theil im Ausfärben in Anwendung setzt;s) in der Eigenschaft der gewöhnlichen Jiniikomposizivn, wel-cher zufolge sie so wie sie zur Abkochung der Cochenille kommt,