Um Gewißheit zu erlangen, ob einige Verwandt,schaft zwischen der Alaunhaltigen Basis und dem Fär,bestvff des Berlinerblau besteht, nahm ich ein Stück
beu, setze denselben so tief als möglich in eine Sandkapel-lc, und gebe ihm so lange ein Rothglühfeuer, bis mandas Erscheinen eines weißen, schweflichriechenden Dampfesbemerkt, worauf man es erkalten läßt, und sodann her-ausnimmt. Das auf diese Art vrpdirte schwefelsaure Ei-sen löst man dann in iö Theilen siedenden Wassers, seihtdie Flüßigkeit durch Leinwand, und hebt sie zum Gebrau-che auf. Von dem Grade der Orpdation des Eisenshängt sowohl die Festigkeit, als die Stuffe der Farbe ab.Den Zeitpunkt aber, wann die Kalzination des Eisensaufhören müsse, wird am besten die Erfahrung lehren.
In diese Eiscnauflösnng darf die wohlgereinigte (eut-schälte) Seide nicht eher eingetaucht werben, bis sie mitSeife gekocht worden; gerade so, als wenn sie mit Jndiggefärbt werden sollte. Nach diesem Kochen wird sie inFlußwaffcr gut ausgewaschen, damit keine Seife zurück-bleibe, sodann auf Stöcke gehängt, und nun erst in dieangegebene vrvdirte schwefelsaure Eisenauflösung einge-taucht, auf längere oder kürzere Zeit, je nachdem die Far-beuschattirüng dunkler oder Heller erscheinen soll. Manwindet hierauf die Seidensträhne aus, klopft sie gutdurch, und wäscht sie im Flußwasser. Beide Manipulatio-nen sind höchst nöthig. Würde etwas Seife in der Seidehängen bleiben, so würde jene später durch die Einwirkungdes schwefelsauren Eisens zersetzt werden, und schwefelsau-re Soda ucbst einer eisenhaltigen Halbseise (ein schmieri-ger Körper) entstehen, welche sich nicht mehr durch ge-wöhnliche Mittel von der Seide trennen ließe, diese aberschmierig und schmutzig machen würde.
Nicht weniger wichtig ist nach der Behandlung derWaare mit schwefelsaurem Eisen eine sorgfältige Reini-gung, damit nur das Eisenorpd übrig und auf der Waare