Band 
Zweiter Band.
Seite
108
JPEG-Download
 

digste Umstand, der die Erzeugung dieser neuen Farbebegleitete, war die außerordentliche Beständigkeit der,selben, die so groß war, daß, obgleich alle Kalken diefärbbare Blausäure, wenn sie mit Eisen verbunden ist,zersetzen, sie doch keine Wirkung auf die Verbindungderselben mit Kupfer äußerten. Die Festigkeit der neuenFarbe ist von der Art, daß weder Säuren *), nochWaschen mir Seife, so häufig es seyn mag, noch dielängste Aussetzung im Wetter fähig scheinen, ihrenKörper oder ihren Glanz im geringsten Grade zu vcr,mindern. Aus diesen Gründen muß ich denken, daß siesich als höchst brauchbar erweisen werde, und zwar vor,züglich beim Kattundrucken, mittelst örtlicher Auftra,gung auf Baumwolle, vielleicht auch beim Färben deö

*) Ich habe seitdem gefunden, daß diese Farbe durch vierund zwanzigstündigeS Eintauchen in oxpdirte Salzsäurebeinahe ganz zersetzt, die Blausäure größtentheils getrenntund das K»pferoxpd grün wurde. Doch diese Thatsachegiebt noch keinen Grund, an ihrer Dauerhaftigkeit in al-len andern Fällen zu zweifeln. Auch fand ich, daß salpc-tersaurrS Silber, welches eine kleine Beimischung von Ku-pfer enthielt, auf Baumwolle getröpfelt, welche mit ro-them Kupferorpd getränkt worden war, dieses in eiraschönes grünliches Gelb verwandelte; und daß salpetrig -salzsaureS Gold, auf die so befeuchtete Baumwolle ge-bracht, cS in Qrangegelb änderte. Nachdem dieß und dievorigen Stücke Baumwollen waren getrocknet, und spä-terhin mit Seife gewaschen worden, nahm dasjeni-ge, auf welches salpetrig - salzsaureS Gold war aufgetra-gen worden, eine tiefe und sehr feste Veilchenfarbe an.Las andere aber mit dem salpctcrsauren Silber wurdegrün, wahrscheinlich durch Wirkung des Kupfers, das dunSilber zugesetzt und auch im blausauren rothen Kupferenthalten war.