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Botanik.
fruchtbare weibliche: 4. Ordnung: Uol^xainiu necossaiia (Beisp. Ringel- oderTodtenblume); oder alle Blüthen sind, wie bei der ersten Ordnung, zwitterig, aberjede mit einer besondern Hülle (einem eigenen Kelche) versehen: 5. Ordnung:kol^ALinia soZroxata (Beisp. Kugeldistel). — Eine sechste Ordnung, in welcheLinus die Pflanzen mit fünsröhrig verwachsenen Staubbeuteln brachte, wennihre Blüthen nicht in solchen gehüllten Köpfchen stehen, wie bei der Dalsamine,Lobelie, wird jetzt nicht mehr anerkannt, und die von Linns dahin gezähltenPflanzen sind in die 5. Classe untergebracht.
Die 20. Classe wird wieder nach der Zahl der Staubgefäße in Ordnungengetheilt; eben so die 21. und 22. Classe, nur daß in den beiden letzteren, außerder Zahl, auch der Stand und die Verwachsungen berücksichtigt und die Ord-nungen hiernach mit den Namen der entsprechenden vorhergehenden Classen be-legt werden. Es können also hier nicht allein die dlonninZriL bis Uol^snllrm,.sondern auch die Llonaäelxbia bis L^nAenssia als Ordnungen auftreten.
In der 23. Classe wird auf die Art, wie die Zwitter- und eingeschlechtigenBlüthen vertheilt sind, gesehen. Zwitter- und einerlei eingeschlechtige Blüthenauf der nämlichen Pflanze bilden die 1. Ordnung: Llonoscia (Beisp. Melde,Bergahorn); solche Blüthen, auf zwei verschiedenen Pflanzen vertheilt, die2. Ordnung: vioeeia (Beisp. Esche, Gleditschie); Zwitter- und zweierlei ein-geschlechtige (d. h. männliche und weibliche) Blüthen, auf drei verschiedenen Pflan-zen vertheilt, die 3. Ordnung: Arioeoia oder Uol^osoia (Beisp. Johannisbrod-baum). — Es ist jedoch zu bemerken, daß die meisten neueren Schriftsteller die23. Classe, wegen zu großer Unsicherheit ihrer Merkmale, ganz aufgehoben undindem sie nur die Zwitterblüthen beachten, nach diesen die von Linns dahin ge-zählten Pflanzen in die übrigen Classen untergebracht haben.
Seine 24. Classe theilte endlich Linns nach der natürlichen Verwandtschaftin 4 Ordnungen und nannte sie: 1. Ordnung: Ulliees (Farnkräuter), 2. Ord-nung: Nrrsci (Moose); 3. Ordnung: ^Itz '06 (Algen); 4. Ordnung: UrmZi (Pilze).— Da jedoch diese 4 Ordnungen für die übersichtliche Einreihung. der zahl-reichen Gattungen dieser Classe nicht ausreichen, so wurden sie in der Folge ver-schiedentlich vermehrt, z. B. von Schieber (im Jahr 1791) um zwei (Nis-oellanoak und Hepaticae), während Willdenow (im Jahr 1810) ihre Zahlaus 15 brachte, aber dabei freilich auch einzelne Familien, zum Theil sogarbloße Unterabtheilungen von Familien als Ordnungen annahm.
Außer den bereits bemerkten, wurden noch mancherlei andere Veränderungenan dem Linns'schen Systeme, namentlich von Thunberg (1784), Persoon(1805—1807), Schrilles (1814), Nichard (1825) und Sprengel (1825—1828), versucht, welche meist in einer Verminderung der Zahl der Classen be-standen, aber keinen allgemeinen Eingang fanden. Eben so wenig hatten dieanderen künstlichen Systeme einen glücklichen Erfolg, welche nach dem Erscheinendes Linns'schen vonGleditsch (1751), Allioni(1764), Mönch(l794) und An-deren veröffentlicht wurden; alle konnten dem Linns'schen, welches immer noch unterden künstlichen Systemen das brauchbarste bleibt, den Vorrang nicht streitig machen.
Linus selbst war jedoch weit entfernt von der Meinung, daß durch seinSexualsystem der Ausgabe einer systematischen Anordnung der Pflanzen völliggenügt sei; er betrachtete es vielmehr nur als eine Aushilfe, bis eine völliggenügende natürliche Anordnung gefunden worden, welche er als die Aufgabeeiner spätern Zeit bezeichnete. „Die künstlichen Classen," sagte er, sind nurStellvertreter der natürlichen, bis alle natürlichen entdeckt sind" (Ullllos. bot.(p. 100), und weiter „die natürliche Methode ist der höchste Zweck der Botanik"Das. x. 101). Von dieser Ueberzeugung durchdrungen, versuchte er auch, der