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Botanik.
Iköoris slömentairs äs In Lot. Ausg. von 18 l9) von ihm und Anderen auf161 vermehrt war, und nach seinem Systeme arbeitete er seine späteren phyto-graphischen Schriften aus, deren umfassendstes (nämlich sein Uroärormis «Ms-MÄtis oaturnlis rexni vsKstadilis) seit dem Jahre 1824 erscheinend, nach seinemTode von seinem Sohne und Nachfolger im Amte, Alphons De Candolle,in Verbindung mit mehreren anderen tüchtigen Botanikern, eifrig fortgesetztwird. Auch andere Autoren haben ihre beschreibenden Werke nach diesemSysteme geordnet, dessen Kenntniß also zum richtigen Verstehen derselben noth-wendig ist. Das De Candolle'sche System hat den Vorzug vor demJussieu'scheu, daß es in seiner Classen-Eintheilung weniger künstlich ist unddaß die derselben zu Grunde liegenden Begriffe meist bestimmter find, währendzugleich die geringere Zahl der Classen die naturgemäße Einreihung der fast mitjedem Jahre sich vermehrenden Familien weniger erschwert. Demungeachtet hatauch dieses System seine bedeutenden Mängel. Die Unterscheidung der Gefäß-pflanzen in Exogene (nach außen wachsende oder im Umfange neue Schichtenansetzende) und in Endogene (nach innen wachsende oder nur gegen die Achseves Stammes neue Fasern erzeugende) beruht auf einem Irrthume, indem beiallen Gefäßpflanzen die jüngeren Gefäßbündel im Umfange der älteren gebildetwerden; darum verdient die ältere Jnssieu'sche Benennung (vloot^Ieäousaound lUouoeotxIsäoiisÄö) den Vorzug; unrichtig ist ferner die Vereinigung der kryp-togamen und phanerogamischen Gefäßpflanzen in der Classe der Einkeimblätterigen,da die ersteren keine keimhaltigen Samen tragen, also zu den Keimblattlosen ge-hören; endlich beruhen die beiden Unter-Classen der dritten Classe auf einemsehr unsichern Eintheilungsgrunde, indem es unter den Blattlosen (z. B. denAlgen) viele Pflanzen mit eben so deutlichen blattähnlichen Organen gibt, wieunter den Beblätterten, und die Annahme von bekannten und unbekanntenGeschlechtern auch keine sichere Unterscheidung begründen kann. In späterer Zeit (1833)änderte De Candolle zwar seine Eintheilungsweise dahin ab, daß er für diekryptogamen Gefäßpflanzen eine eigene Classe, ^.stllsoKUMus oder Lsinivassulurss,bildete, im Uebrigen aber ließ er es bei der frühern Eintheilung bewenden.
Während so in Frankreich die ersten natürlichen Systeme entstanden, gehegtund gepflegt waren, verging noch eine geraume Zeit, bis in den übrigen Län-dern Europa's die natürliche Methode Eingang fand. Nachdem dieses aber ein-mal geschehen war, sehen wir nach einander eine Menge von Systemen auf-tauchen, die den Namen natürlicher Systeme führen, weil sie zum Zwecke derEinreihung der Familien oder natürlichen Ordnungen gebildet wurden. Estauchten zwar auch später noch einige Versuche bloßer Verwandtschaftsreihen derFamilien auf: im Jahr 1817 von Kurt Sprengel, Professor zu Halle, einemder gelehrtesten Botaniker unserer Zeit (gest. 1833), welcher sich durch vielelehrreiche Schriften über verschiedene Zweige der Pflanzenkunde um die letztereVerdient machte, und im Jahr 1827 von Friedr. Siegm. Voigt, Professorin Jena, die aber beide wenig Beachtung fanden. Viele der wirklichen Systemeschließen sich in ihren Grundlagen an die von Jussieu und De Can-dolle mehr oder weniger an. Der Schwede Karl Ad. Agardh, Professorin Lund und später Bischof von Wärmeland, besonders als Algologe berühmt,machte seit 1817 ein solches System bekannt, worin er zuerst als Mittelstufenzwischen den höheren Abtheilungen und den Familien 33 natürliche Ordnungen(von ihm Classen genannt) bildete, um die Uebersicht der Familien zu erleichtern.Dasselbe that im Jahr 1826 und 1838 unabhängig von ihm Karl Jul.Perleb, Professor in Freiburg im Breisgau (gest. 1845), welcher 48 Ord-nungen bildete, im Uebrigen aber mit wenigen Abänderungen das System von