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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Beschreibungslehre oder Phyiographie.

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spiel möge die Synonymik einer allgemeinbekanntenPflanzenartder gemeinenoder gebräuchlichen Brnnnenkresse dienen:

l^ÄSturtluin ollloiimls Koö. öi'ororr.

( 8 / 202 . oWcl 2 Lls li. Nr. kort. Lev.. 2. IV. p. 110. I) s 6 . s/st. n.

-p. 188. xioär. I. x. 137. Ue 1 eks 2 l>. üor. sxcriis. n. x. 683. Noek, vsutselil. VIoi. IV.x. 839. 8 tur 2 i. I). VI. 12 Ilökt 13. Zis/oadiiurL MsturtMlli I.I 22 ., sxse. xlL 2 t. II.

x. 916. IVillä. sxso. xl. III. x. 189. I) s 6 . L. frL 2 ^. IV. x. 661. ÜL/ 2 S Lirnsißtzv. V.1 s.k. 32. 6 LräL 2 ii 2 S lontauL 1.172., äiot. II. 185. Os.räLi 2 i 22 i 2 dlsst 2 rtlu 2 i IHöneU,meid. x. 262. ÜLStuitiuni sH 2 Ltii! 2 i 2 1 VLk 1 e 2 l>., ü. suse. I. x. 118.)

Die Synonymik kann übrigens mehr oder weniger ausführlich gegebenwerden, je nachdem man alle oder die meisten Namen und Schriftsteller oderauch nur einige der wichtigeren citirt. Eine Synonymik der von den ältestenSchriftstellern bis zum Jahre 1613 benannten Pflanzen gab Caspar Bauhin(in seinem kiimx tboairi dotunioi). Auch Linn 6 ging in seinen phytographischenSchriften oft bis aus die Väter der Botanik des 16. Jahrhunderts zurück,während dieses von den neueren Schriftstellern seltner geschieht, welche gewöhn-lich die Reihe der Synonymen nur bis zu Linnä zurückführen.

Der Name allein gibt uns indessen noch nicht die Mittel an die Hand, einePflanze, auch ohne dieselbe vorher gesehen zu haben, richtig zu erkennen. Diesesgeschieht erst durch die Beschreibung, ässoriptio , welche uns durch die mehroder minder vollständige, nach den Regeln der Kunstsprache entworfene Schil-derung der Theile eine solche Vorstellung von einer Pflanze gibt, daß wir hier-nach dieselbe zu erkennen und von allen übrigen Pflanzen zu unterscheiden imStande sind. Die Beschreibung kann eine ausführliche oder abgekürztesein, je nachdem sie alle erkennbaren Merkmale umständlich aufzählt oder vonden Merkmalen nur die wichtigeren und der Pflanze mehr eigenthümlichen heraus-«hebt. In beiden Fällen geschieht dieses nach einer bestimmten Ordnung, undzwar ungefähr in der Reihenfolge, wie sich die Pflanzentheile, von der Wurzeloder überhaupt von der Keimung an bis zur Frucht und den Samen oder Sporen,nach einander bilden und entfalten. Werden endlich nur die besonderen Merk-male, welche zur Vergleichung einer Art, Gattung oder höhern Abtheilung mitden verwandten und zur Unterscheidung von den letzteren nothwendig sind, inWorten ausgedrückt, so bilden sie die Diagnose, äMAnosis, welche, auf dieverschiedenen Stufen der systematischen Anordnung bezogen, als specifischer,Gattungs-, Familien-, Ordnungs- Charakter u. s. w. bezeichnetwird. Die Vereinigung alles Dessen, was zur Bezeichnung und Schilderungeiner Pflanze, nach ihren verschiedenen räumlichen und zeitlichen Verhältnissen,gehört, bildet endlich ihren Abriß, uäuiubrutio. Der vollständige Abriß um-faßt: die Angabe der Classe, Ordnung und Familie, den Namen der Gattungund Art, den Gattungs - und specifischen Charakter, die Synonymik, die aus-führliche oder abgekürzte Beschreibung, die Angabe des Vaterlandes und Stand-ortes, der Blüthezeit und Zeit der Fruchtreise, so wie der Lebensdauer, unddie etwa nöthigen kritischen Bemerkungen, wozu auch noch die Erklärung undAbleitung (Etymologie) der Namen und, je nach den bestimmten Zwecken einerPhytographischen Schrift, die Aufzählung der Eigenschaften, der Heilkräfte, desökonomischen und technischen Gebrauches u. s. w. kommen kann. Obgleich fürdie ganze Beschreibungslehre gewisse Regeln bestehen, so finden wir doch in derAnordnung und Ausführung der zahlreichen Schriften in diesem Zweige derBotanik manche Verschiedenheit, welche theils auf dem ihnen zu Grunde liegen-den Systeme, theils auf der den Autoren eigenen Anschauungs- und Darstel-lungsweise beruht. Besonders aber lassen sich die phytographischen Schriftennach ihrem verschiedenen Umfange und dem verschiedenen Zwecke, zu welchem sie ver-