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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Botanik.

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krauter oder obere Alpen-Region, von 13,300 —15,200 Fuß, mittlererTemperatur -j- 3 bis 4° C., mit einer Vegetation, welche trotz der höhern Mittel-wärme, doch nur jener der Polar-Zone entspricht und oft sogar minder üppigerscheint, als in der genannten Zone. — Bei dieser Aufzählung der Regionen istjedoch nochmals zu bemerken, daß die angegebenen Höhen über der Meeresflächesich nur auf die bis über die Schneegrenze erhebenden Gebirge der Aequatorial-Zone beziehen, und daß bei jeder folgenden Zone für die derselben entsprechendeRegion, als ihrer untersten, die Höhe von der meeresgleichen Ebene oder von0—1900 Fuß, und so weiter für die höheren Regionen angenommen werden muß,weil in jeder von höheren Breitegraden begrenzten Zone natürlich die tieferen, denvorhergehenden (wärmeren) Zonen entsprechenden Regionen fehlen. Würde mandie Regionen umgekehrt, von der Schneelinie ausgehend, bezeichnen, z. B. dieerste oder obere Alpen-Region bis 1900 Fuß unter die Schneelinie reichend, diezweite oder untere Alpen-Region von 1900 — 3800 Fuß jene Linie herabgehendu. s. w., so würden sich für alle Zonen die Regionen durch dieselben Höhenmaßeausdrücken lassen.

Obwohl nun jede der genannten Zonen und Regionen im Allgemeinen einenbestimmten Vegetations - Charakter zeigt, weil die Unterschiede ihrer mittlernTemperatur nothwendig auch eine Verschiedenheit in ihrer Vegetation bedingen,so gibt es doch noch andere Momente, welche, wenn auch mit den Temperatur-Verhältnissen mehr oder minder in Verbindung stehend, manche Modiftcationenin dem Vorkommen und der Verbreitung der Pflanzen hervorrufen. So wirdz. B. großer Wassermangel eines Landstriches unter jeder Zone eine ärmlicheVegetation im Gefolge haben, während durch die Nähe des Meeres, größererFlüsse und Seen, deren Ausdünstungen eine Verminderung der Temperatur undeine Vermehrung der Luftfeuchtigkeit, mit öfterm Winde und Regen, bewirken,das einer Zone nach ihrer geographischen Breite zukommende Klima auf mancherleiWeise modificirt, zugleich aber ein größerer Pflanzenreichthum hervorgerufen, wiedieses die Vergleichung der meisten Küsten- und Insel-Floren mit der Vegetationdes Innern größerer Continente deutlich zeigt. Eben so wird sich eine Ver-schiedenheit in den Regionen ergeben, wenn man die einander entgegengesetztenSeiten eines hohen Gebirges miteinander vergleicht, z. B. den nördlichen undsüdlichen Abhang, wo man auf dem erstem überhaupt eine geringere Mittelwärmeund, als deren nächste Folge, die Schneelinie und mit ihr die Grenzen derRegionen tiefer herabgerückt findet, als auf dem letztem. So können ferner dieWinde die in der Atmosphäre vorhandenen Wasserdünste, durch gewisse Local-Verhältnisse bestimmt, einer Gegend mehr als einer andern zuführen, dadurchdie Fruchtbarkeit des Bodens steigern und aus den Charakter der Vegetationeinwirken. Ein auffallendes Beispiel dazu bietet die Kette der Anden in Süd-amerika dar, deren Ostseite vom Aequator bis zu 13° südl. Breite, von denvorherrschenden, mit den Dünsten des atlantischen Oceans geschwängerten Ost-winden befeuchtet, eine ungemein reiche Vegetation besitzt, die Westseite abertrocken nnd pflanzenarm ist, während unterhalb des 13° der umgekehrte Falleintritt, wo die herrschenden Westwinde die Dünste des großen Oceans derchilenischen Gebirgsseite zuführen, dagegen die östlichen Abhänge an Dürre undPflanzenarmuth leiden. Es ist ferner bekannt, daß die Temperatur-Verhältnissein den außerhalb der Wendekreise liegenden Zonen im neuen und alten Continentenicht gleich, ja daß dieselben sogar in jedem einzelnen dieser Continente ver-schieden sind, indem auf der nördlichen Halbkugel die jährliche Mittel-Temperaturin den gleichen Breitegraden an der Ostseite niedriger erscheint, als an derWestseite, auf jener aber wieder höher ist, als im Innern der Continente.