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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Zergliederungslehre und Phytotomie.

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lösung sehr concentrirt, dicklich und etwas zähe ist, ferner dadurch, daß es durchAlkohol körnig gefällt und durch Jod blaßgelb gefärbt wird. Indessen kommtes auch oft schon in der Pflanze durch fremdartige Substanzen gelb und braungefärbt vor. — Der Pslanzenschleim oder das Bassorin ist dem Gumminahe verwandt, aber in Wasser eigentlich nicht löslich, sondern nur zu einerfarblosen Gallerte aufquellend, welche durch Jod gar nicht gefärbt wird. AlsZelleninhalt ist derselbe außer feiner gallertartigen Konsistenz oft an seinemgranulirten Aussehen, wie in den Knollen der Orchideen, oder daran kenntlich,daß seine Oberfläche mit zarten, wurmsörmig - gewundenen Linien gezeichnet ist,wie in den Stämmen der Lacteen, wo er meist in besonderen großen Zellenenthalten ist. Er tritt aber auch in den Saftbehältern, z. B. der Traganth-Sträucher (^struZalus Aummikai, verus, L.. erstieus) auf und scheint auchdie Jntercellular-Substanz, welche bei vielen Pflanzen die Jntercellular-Gängeausfüllt, zu bilden. Er geht durch verschiedene Mittelstufen, wie schon bemerkt,in den Membranenstoff über und steht anderseits auf der Grenze zwischen Gummiund Stärkmehl, wie in den Orchideen-Knollen. Wo er noch im halbflüssigenZustande in größerer Menge in einem Pflanzentheile enthalten ist, macht er sichleicht dadurch (schon dem nnbewaffneten Auge) kenntlich, daß er auf den Schnitt-flächen dieser Theile als eine zähe, sadenziehende Masse hervorquillt, wienamentlich bei Cacteen. Das Pectin, welches besonders in reifenden (fleischigen)Früchten als gallertähnlicher Zelleninhalt oder in fester Form auf die primäreZellenwand abgelagert vorkommt und über dessen chemische Zusammensetzung nochmanche Zweifel obwalten, ist mikroskopisch nicht von dem Pflanzenschleime zuunterscheiden und scheint nur eine Modistcation desselben zu sein. — Der inden Pflanzen stets nur im aufgelösten Zustande vorkommende Zucker ist durchdie bloß anatomische Untersuchung nicht nachweisbar; wo er in dem Nektar derBlüthen an die Oberfläche der Pflanze tritt, wird er in seltenen Fällen nachVerdunstung des Wassers in krystallisirter Form angetroffen. — Die ätheri-schen Oele und Harze sind zum Theil leicht als Inhalt besonderer Zellenoder Saftbehälter an ihrer von Vlaßgelb bis Braun gehenden Farbe und ihrerLöslichkeit in Alkohol, bei dessen Gegenwart sie dem Auge verschwinden, nach-zuweisen, z. B. in der Rinde junger Zweige von TirioäLnäioii und kinus, inden Markstrahleu des Holzes und Bastes bei dem Zimmet- und Sassafrasbaume,im Blatt-Parenchym der rVIoe-Arten, z. B. uelimellolia, wo sich in einzelnen,in Reihen liegenden Zellen sehr deutlich ein kugeliges Harztröpschen erkennenläßt. Sehr augenfällig sind meist auch die in den Haaren und Drüsen derOberhaut (z. B. bei vietamuus und den meisten Labiaten) abgesonderten äthe-rischen Oele und die auf der Oberfläche (z. B. der Knospen der Roßkastanieund Schwarzpappel) ausgeschiedenen harzigen Stoffe. — Das Kautschuk,welches nur in den Milchsäften der Pflanzen enthalten ist, besteht aus sehrkleinen Kügelchen, die in den Milchsaftzellen und Gängen bald in größerer,bald in geringerer Menge, am Reichlichsten bei Euphorbiaceen, Artokarpeen,Asklepiaden und Apocineen, erkannt werden, aber in keinem Milchsäfte ganzzu fehlen scheinen. Zur mikroskopischen Untersuchung eignen sich besonders solcheMilchsäfte, welche die Kautschuk-Kügelchen in geringerer Menge, dabei abervon bedeutenderer Größe enthalten, wie namentlich von Lambuous Lbulus undMuss-Arten (nach H. v. Mohl's Angabe); hier zeigen sie sich nach demEintrocknen des Saftes, wobei das Serum desselben eine brüchige Beschaffenheit(gleich einer dünnen trockenen Gummischicht) erhält, aus einer kleberigen, faden-ziehenden Masse bestehend. Von den meisten übrigen feinkörnigen Stoffen unter-scheiden sich diese Kügelchen dadurch, daß sie nur in absolutem, weingeistfreiem