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Bvtaiük.
Aether und in ätherischen Oelen anflöslich sind. — Die fetten Oele kommenals Zelleninhalt in sehr vielen Pflanzen und in den verschiedensten Theilen der-selben, von der Wurzel bis zu den Pollenkörnern, Samen und Sporen, vorund geben sich als farblose oder schwach gelbliche Tröpfchen zu erkennen, welcheauf dem den gequetschten ölhaltigen Pflanzentheil oder einen dünnen Abschnitt des-selben bedeckenden Wassertropfen schwimmen und an ihrer völligen Unmischbarkeitmit demselben, so wie an ihrem besondern Ansehen von einem einigermaßengeübten Auge leicht von anderen Stoffen unterschieden werden. Dagegen istdas Wachs, wo es als Inhalt der Zellen auftritt, kaum oder gar nichtmikroskopisch darzulegen, da es hier hauptsächlich als dünner Ueberzug andererStoffe, zumal der Stärkmehlkörner, und als Grundlage des Blattgrüns vor-handen ist; wo dasselbe im Milchsäfte vorkommt, wie bei Ll-llnetollonärori, zeigenseine Kügelchen große Aehnlichkeit mit denen des Kautschuks, von welchen siesich aber nach dem Eintrocknen des Saftes durch den Mangel der kleberigen,fadenziehenden Beschaffenheit unterscheiden lassen; um so leichter erkennbar istes aber da, wo es, in einer dünnern oder dickern Schicht sehr kleiner Körnchenausgeschwitzt, gar häufig die Pflanzentheile als sogenannter Reif und Mehlstaubbedeckt und dann die Prüfung vermittelst chemischer Reagentien erlaubt. — DieFarbstoffe sind, wenn sie nicht bloß in ihren ungefärbten Radicalen (wiederJodig) in der lebenden Pflanze vorkommen, sehr leicht in den Geweben nach-zuweisen, da sie meist in dem Zellensafte aufgelöst sind und bald einzelne, imParenchym zerstreute Zellen (im Stengel von OerntopllMuin, im Rhizom von^eorus Onlnwus), bald größere Partieen oder Schichten von Zellen (in derblauen Kartoffel im innern Zellgewebe, bei Maäosesritio, äisoolor die Oberhaut-zellen der ganzen untern Blattfläche, oder an gefärbten Blumenblättern, z. B.bei volplliillum-, vnklia- und Viola -Arten, die Oberhautzellen der oberenoder beider Flächen), bald das ganze Parenchym eines Pflanzentheiles erfüllen,wie in der Rothrübe und der bengalischen Curcumä-Wurzel, in welcher letztemder gelbe harzige Farbstoff innerhalb jeder Zelle um einen besondern, mit Jodsich blaufärbenden Schlauch angesammelt ist. Die rothen, gelben und blauenFarbstoffe zeigen an sich schon mancherlei Abstufungen und erscheinen zum Theildem Auge noch dadurch verändert, daß die sie enthaltenden Zellen oft von einerfarblosen oder anders gefärbten Zellenschicht überdeckt sind. Häufiger als dieübrigen kommt jedoch der grüne Farbstoff, das Blattgrün oder Chlorophyll,vor, welches sich in den grünen Pflanzentheilen findet, aber nicht in demZellensafte aufgelöst ist, sondern in verschiedener Form im Innern der Zellenauftritt, bald als eine gleichförmige Masse, in Gestalt von ringartigen oderspiralig gewundenen Bändern oder auch die ganze innere Zellenwand auskleidend(bei Conservaceen) "oder überhaupt eine formlose Masse darstellend (bei O^eo-xoäium Ltoloiülsruill und manchen Phanerogamen), in welcher theils grüne,theils weiße Körner (Stärkmehlkörner) eingesenkt sind, bald in Form grünerKörner von sehr verschiedener Größe (Chlorophyll-Körner), welche meist alsKern ein oder mehrere mit dem eigentlichen Blattgrün überzogene Stärkmehl-körner enthalten (in den meisten grünen Pflanzen). Mit Alkohol oder Aetherbehandelt, wird nämlich dem Chlorophyll-Korn nur der aufgelagerte grüne Stoffentzogen und der Amylum-Kern erscheint dann noch mit einer ungefärbten Wachs-schicht umhüllt. Außer dem Wachs findet sich aber sowohl bei den Chlorophyll-Körnern, als auch bei dem formlosen Chlorophyll noch eine ungefärbte, mitJod sich gelb färbende Substanz (eine Protein-Verbindung?), welche auch beifehlenden Stärkmehlkörneru vorhanden ist und die eigentliche Grundlage desgefärbten Stoffes zu bilden scheint. Das Blattgrün ist zwar am Reichlichsten